904711 ^^^
"Ich folge Euch nicht, um mir’s sanft sein zu lassen, sondernweil Euer Mann mir vielleicht einen Rat zu geben vermag, 1 '
Als sie zurueok in die Stube kernen, kehrte der Fischer ihnenmuerrisch den Ruecken zu, denn unterdessen hatte der Eindruckvon seines Weibes warnenden Worten sich abgeschwaecht in seinerSeele. Die Frau aber machte ein Holzfeuer an, damit der Verreg-nete sich daran trockne, und sagte, sie wolle nun einen Pfann-kuchen backen, gross genug fuer alle drei und mit Milch zu ge-niessen. Das wehrte ihr Gregor.
"Dieser Leib", sagte er, "ist kaum einer Speise wert. Ichgedenke ihn nicht aus der Pfanne zu naehren, sondern ein Ranftvon Haberbrot und ein Trank aus dem Brunnen sei all meine Be-wirtung."
Dabei blieb es, obgleich die Frau ihn sehr noetigte, es sichdoch etwas wohler sein zu lassen. Und als sie denn niedersassenzum Essen, die Einoedleute mit ihrem Pfannkuchen und der Fremdemit einem alten Brotranft und Wasser, da aergerte der Fischersich schwer, sodass er wieder die boesen Worte nicht zurueckhal-ten konnte und sagte:
"Pfui, dass ich das sehen muss, dass du dich vor uns auf-spielst, Bettler, mit deiner Enthaltsamkeit, und alles ist Jux.Ich sollte mich nicht verstehen auf Lurren und Lurrendreyer.
Bis jetzt hast du dich nicht mit so kranker Speise erhalten,drauf nehm’ ich das Sakrament. Es ist ja laecherlich: wederMann und Weib hat je einen besser gebildeten Leib gesehen, blue-hend und wohlgetan, von Brot und Wasser hast du den nicht. Ge-rade Schenkel, gewoelbte Fuesse, ich hab’s doch gesehen, dieZehen ebenmaessig und flaetig, Platt und verkrustet solltendeine Fuesse sein wie bei einem rechten Landfahrer, sind aber220