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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Eins sah das Andere nahe an mit hohlen Augen« Dies mitsammenauszudenken nahm Zeit« Dann gingen sie von einander an entgegen-gesetzte Waende, pressten die Stirnen daran, und heisse Wellen,eine nach der anderen, ergossen sich in ihre Totenblaesse, ver-ebbten zum Herzen und stiegen wieder gluehend in die Gesichterempor« Lange gab es in der Stube nichts weiter als Stoehnen«

Danach verliessen sie ihre Waende, der Juengling zuerst«

Er sank vor ihr nieder, beugte sich ueber ihre Fuesse.

"Mutter, sagte er, "vergieb dem Verbrecher1"

Sie wollte sein Haar streicheln, zog aber die Hand zurueckwie von gluehendem Eisen«

"Sohn und Herr", sagte sie, "vergieb du mirl Ich sah deinKleid aus den Stoffen."

Er fragte: "Wo ist mein Vater?"

"Er starb auf Bussfahrt", antwortete sie mit leblosen Lippen,"dein suesser Vater. In dir fand ich ihn wieder."

"Sehe ich ihm wohl gleich?"

Sie nickte. Da wollten sie wieder an ihre Waende gehen,besannen sich aber und blieben. Sie sprach:

"Warum kam ich je zur Welt? Verflucht war durch GottesMund die Stunde, in der ich geboren wurde. Hilf Himmel, darumhat mir getraeumt, dass ich einen Drachen gebar, der davonflog,aber wiederkehrte und sich zurueckdraengte in den zerrissenenMutterschossJ Grigorss, du warst esj Unsal hat auf mich ge-schworen und bewahrt mir den Eid, denn tausendmal ist mir Herze-leid gegen eine Lust geschehen« Nabh Glueck ln Reinheit ver-langte mich. Da fuehrt mir die Hoelle das Kind meiner Suendezu, dass ich ehelich mit ihm schlafe."

Er schauderte und hob seine Ilaende.

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