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Der Erwählte : Roman
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Mite*'«!?

es schon fertig war, und die Magd vollbrachte ihr Stubenwerk.

Da sagte jene:

"Jeschute, du hast eine ungezogene Art zu schweigen. Ichbefahl dir: Schweig1 und du gehorchst. Aber deine Art, meinemBefehl zu gehorchen, ist ungezogen. Hast du begonnen zu reden,so red* auch zu Endei Was hast du gesehen oder erlauscht?"

"Seligste, bei meiner Treue, seit langem weiss ich, derHerr ist traurig. Herrin, ich flehe zu Euch, was mag das sein,was er sogar vor Euch verbirgt bei sonst so trauter Gemeinschaft?Goldne, worin es immer bestehen moege, es muss eine grosse Be-schwernis sein. Mehr als einmal hab ich es wahrgenommen und binzu dem Schluss gelangt, dass er einen Kummer traegt, dermassengross, dass er ihn noch niemandem eingestanden. Heut wollt* esGott, dass ich noch drinnen war in seinem Gemach zum Fegen undWischen, als er eintrat, blind fuer mein Dasein, wie fuer Stuhlund Spind. Das ist himmlische Fuegung, sprach ich zu mir selbst,huckte und duckte und sah sein ganzes Gebaren. Ein Ding nahm ervor sich und fiel auf die Kniee davor: davon schien er sein Leidzu lesen, indem er sich an die Brust schlug unter manchem Auf-blick, Gebeten und bitteren Traenen. Nie sah ich einen Menschenso weinen. Daran erkannte ich in meiner Geducktheit ueber allenZweifel, dass sein Herz voll heimlichen Leides ist. Denn, 3agteich mir, wenn ein Herr von solcher Beherztheit zu solchem Weinengezwungen ist, so muss dem ein grosser Herzenskummer zugrundeliegen.

"Wehl" sagte die Fuerstin mit bebenden Lippen* "Sprichst 4du die Wahrheit? Ja, ja, es scheint so. 0 weh, du mein lieberHerr! Was mag ihn wohl kraenken? Denn ich gesteh* dir*s, Je-sohute: ich weiss es nichtl Sein Leid ist mir unbekannt und

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