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Der Erwählte : Roman
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Man soll nie die Menschen belauschen in ihrer Heimlichkeit, dalernt man nur Kummer* Aber freilich, wenn Gott es absichtlichfuegt und uns zu Belauschern bestellt ihrer Heimlichkeit, dannmuss er wohl wollen, dass wir ihn lernen, den Kummer.

Von welchem Kummer denn aber faselst du Ding?

Von einem heimlichen, Frau, versteckt vor aller Welt, undwahrhaftig, recht soll's geschehen der gemeinen Welt* Aber ver-steckt auch vor Euch? Da geschieht Euch nicht recht, und Gottwills gewiss nicht.

Hoere, Jeschute, als Schwaetzerin kenn ich dich wohl, jetztaber glaub ich, der Sinn ist dir ein klein wenig verrueckt.

Das mag wohl sein, Suesse, Hehre. Ich bin nur ein armschwaches Ding, und hinter manchen Kummer zu kommen nach GottesVerfuegung, das mag solchem Ding den Sinn wohl verruecken.

"Vifer traegt nur den Kummer?"

"Ach Gott, da fragt Ihr, selige Frau, weil Ihr unvermutetacht auf mich hattet 1 Was gaebe die Magd darum, dass Ihr ihrernicht acht gehabt haetteti Und doch draengt es hier hervor ausder Brust wie ein Schrei zu Euch: Habt acht!

"Worauf?

"Worauf? Fragt lieber: Auf wen! Nein, fraget nicht!"

"Auf wen denn, Naerrin?

"Nun fragt Ihr wahrhaftig: Auf wen?, und ich soll's sagen!Nie sag' ich's, nie! Und muss doch heraus um Eueres Glueckeswillen. Auf den suessen Herzog, Euren Gemahl."

"Auf Herzog Gregor! Ihm schenk 1 Ich, traun, nicht Acht undehelich Augenmerk genug, lese ihm wohl nicht genug von den Augennach deiner Meinung?

"0, Herrin, rechtens hoehnt Ihr die bloede Magd. Hohn mir

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