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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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hmKBUK.

ein Lied dabei, der Magd nicht achtend. Jeschute aber ging andas Bettmachen, schuettelte fleissig die Kissen auf und sprachdabei:

'Ja, ja, ihr Kisslein, ihr seidnen cuissins, ihr herrschaft-lich sanften! Da schuettle ich euch und plustre euch treulichauf aus eurer Verdrueckung, ihr aber verratet Jeschuten nichtsvon dem, was ihr wohl zu erzaehlen haettet: von heimlichen Trae-nen, die in euch versickert, von Seufzern aus edler Brust, dieihr naechtens erstickt, damit die Traute nichts hoere..."

Dann glupte sie seitwaerts zur Herrin, ob die es vernommenhabe. Aber sie hatte nicht, sondern kaemmte und schnatzte ihrHaar und gab nicht acht. Also fing die Dirn wieder an und redetehalblaut zu den Kissen:

"Ei ja, ach nein! Wichts vertraut ihr der Magd, edle Haupt-cuissins, die ich schuettle und plustre, von euren Geheimnissennichts, vom bitteren Augennass, das ihr, wie ich mutmassen muss,getrunken in stiller Nacht, von den Seufzern aus tiefster Brust,die ein wonniger Juenglingsmund verhohlen in euch gehaucht, wenndie Traute schlief, verhohlen, verstohlen..."

Nun hatte Sibylla doch aufgehorcht und fragte:

"Was faselst du Trulle da bei deiner Hantierung?"

Jeschute aber tat mit den Schultern, als fuehre sie heftigzusammen vor Schreck, und erwiderte stammelnd:

"Nichts, nichts, suesse Herrin! Um Gott, nichts wollte ichsagen. Zu den Kisslein sprach ich, den herrschaftlich zaertli-chen, hier unter meinen Haenden, und beileibe zu Euch nicht,wie wollt ich mich des erdreisten? Entsetzt bin ich drob, dassIhr lauschtet, und fahre zuckend zusammen. Belauscht habt Ihrmich unversehens, wo ich mich allein glaubte mit meinem Gefasel.200