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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Pult, und hielt sich sein Dasein vor Augen., wie er zwar von Ge-buerte hoch, aber scheusslich sei, seinen Vater zum Oheim undseine Mutter demnach zur Base habe, las es wieder und wieder,schlug sich an die Brust und beweinte seines Fleisches klaeg-lichen Ursprung. Fuer seine Eltern betete er, die er sich rueh-rend und einzig schoen vorstellte, da sie so mit einander ge-suendigt hatten, und die er nicht aufgesucht, sondern seine Ga-ben genutzt hatte, dies Land zu befreien und es fuer sich zu ge-winnen nebst der wonnigen Frau - die Frau vielmehr nebst demLande. Fuer sich selbst betete er auch, unter manchem zerknirsch-ten Aufblick, bat Gott um Verzeihung fuer sein Leben und dafuer,dass er sein Geheimnis verhuellte, bei der Reinen lag und imLande den Herzog machte, - einen sehr guten zwar, wie alle sag-ten, aber gewiss einen so guten nur, weil ers so dringend noe-tig hatte. Fuer klein Herrad betete er auch, die er kaum zukuessen wagte, weil er ihr sein suendiges Blut vermacht, undnicht minder zerknirscht fuer das neue Fruechtchen in Sibyllasempfaenglichem Schoss.

Fast jeden Morgen ganz frueh, wenn er von seiner FrauenSeite gegangen und nur der Ungestoertheit ganz sicher war, tater dies Lesen und Buessen in seiner Stube. Hinein ging erstrack, als der stolz wohlschaffene Juengling, der er war, 'undwie der Poenitenziar aus der Geisselkammer, solcher Gestalt ginger immer daraus hervor. Das blieb nicht ungesehen.

Hoert nur: Unterm Burggesinde war eine Magd, Jeschute mitNamen, zu nichts als zum Bettmachen, Kehrichtfegen und Sand-streuen gut, ein Ding aber, rasch von Augen und Maul und neugie-rig ueberaus, will sagen: begierig und von Natur recht dazu an-gestellt, Auffaelligem auf den Grund zu gehen, das andere nicht

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