lieh geschenkt, naemlich eine gerade gewachsene Missgeburt• EinTruegener war er, der ihr verbarg, dass er ein Fundkind gewesen,angeschwemmt von den Uenden und aufgezogen aus kristlicher Er-bärmlichkeit, ein Sohn der Suende, dessen scheinbar wohlschaffe-nen Leib sie nicht haette liebkosen duerfen, da er in Wahrheitgaenzlich aus Suende bestand. Zwar hatte er ihn in die Schanzegeschlagen, diesen Suendenleib, im Kampf mit dem Drachen; aberer hatte ja gleich gewusst, dass er siegen werde kraft seinerGabe, sich ausserordentlich zusammenzunehmen, und hatte im Zwei-kampf die Frau gewonnen, die ihm nun kleine Herrads gebar, ah-nungslos, dass es Suendenfruechtchen waren von vaeterlicher Seite,Samen der Erbschuld, der Schlimmheit Enkel. Wie mochte er sicherfrechen, kleine Herrads zu zeugen mit seinem Leibe und sie ein-zuschwaerzen in ein Fuerstenhaus, dessen junges Haupt er nunwar, - arme Bastaerdchen aus Reinheit und Schlimme* Sorgsam wares deswegen zu Traenen.
Die verbarg er vor allen, insonders vor seiner Frau, dieihn gluecklicher glaubte als sich selbst; verbarg seinen Kummer,wie er die Tafel verbarg, die er immer an sich hielt und wiederund wieder las: im Voraus sagte ich ja, dass nie eine Tafel soviel gelesen worden sei. In seinem Eigengemach, wo er alleinwar, da war ihr Geheimversteck, hoch in der Wand in einem Mauer-loch, von dem man die Holzverschalung beiseite schieben konnte:Gerade vermochte er hinzureichen mit ausgestrecktem Arm, wenner auf den Zehenspitzen stand, den fast nicht sichtbaren Schubzu oeffnen und aus der Nische den traurigen Schatz zu nehmen,die Mitgift ins Faesslein, dies schmuckhafte Ding, worauf seineunstatthaften Bewandtnisse geschrieben standen. Damit sass ernieder oder kniete aufs Baenkchen, die Tafel vor sich auf dem
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