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Der Erwählte : Roman
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den man ihm goennen musste, kam Herzog Grigorss nicht in denSinn« Er haette wohl, auf die ihm eigene Gabe pochend, im Kampfseine Kraefte ueber das sonst gemeine Mass zusammenzunehmen, derEroberung zuneigen und versucht sein moegen, sich mehr Lande un-tertan zu machen als ihm gehoerten* Um Gottes willen, jedoch,unterliess ers, hielt Mass und wuenschte nicht mehr, als dassihm diente, was sein war«

So vergingen drei Jahre« Im dritten, zum Zeichen des Gluecks,das sie an der Seite ihres jungen Gemahles genoss, begann HerrinSibylla wieder zu hoffen.

J eschute

Ich denke, genugsam habe ich, wenn auch in stiller Verzweif-lung, Wohlsein und Wonne der Gatten gepriesen« Der Augenblickist gekommen, die Wahrheit zu vervollstaendigen, indem man dieLobpreisung einschraenkt Ein Schatten fiel auf ihr Glueck, ertat es von beiden Seiten, von seiner und ihrer, unsichtbar denMenschen, gewahrt und gewusst nur von ihnen selbst, von jedemfuer sich, denn jeder glaubte, von ihm falle der Schatten* Sieteilten ein Geheimnis der Schuld und Suende, das jeder fuer seineigenes ansah, und das sie in aller suessen Vertrautheit einandervorenthielten. Das war der Schatten und war die Verdunkelung.

Sibylla verschwieg dem Trauten in stillen Aengsten, dass sievoreinst verworfene Lust geteilt mit dem holden Bruder» und dasssie dem Entschwundenen ein Kind geboren, fuer das kein Platz ge-wesen auf Erden. Einen Suendenleib bot sie dem Ruinen in j ederUmarmung, mit Wonne zwar und gequaelt doch von Scham und Gewis-sensnot. Die Wonne, das war die Hoffnung der Suende, sich imReinen gesund baden zu koennen, ihr Schmachten nach Reinigung

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