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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Richtung und Ordnung Kindersegen und Nachkommenschaft nennt,auch dafuer sorgte die voellig gleichmuetig werkende Natur:Ungesaeumt war Frau Sibylla hoffend, ihr Leib, der brach gelegenso viele Jahre, wie ihr Eheherr alt war, trug hoch und hoeher,und knapp neun Monate nachdem man ihnen beiden ins Brautgemachgeleuchtet, kam sie in maessigen und eben nur natuerliehenSchmerzen nieder mit einem Maegdlein, das wurde Herrad genanntund fiel etwas aus der naechsten Art: nicht waelisch braeunlich-blass erschien es, sondern sah seiner Ahne von Mutterseite gleich,der gottseligen Frau Baduhenna: Weiss und apfelrot war es, wiejene, in seiner Art recht niedlich. Dass ihm das Gesicht imNacken sass, sah niemand.

Gewiss waere die Freude noch groesser gewesen, wenn gleichdem Lande ein maennlicher Erbe und Schutzherr der Zukunft ge-schenkt worden waere. Dafuer aber war ja der Erzeuger selbstnoch so zukunftsjung, dass, sozusagen, er selber einstand fuerden Folger, den das Schicksal noch schuldig blieb; und wenn diean Jahren ihm vorangeschrittene Sibylla sich als ruestiges Ehe-weib und Brunnen des Lebens erzeigte, so war ihr Gemahl demLande ein Herzog, um den alle Kristenheit es beneiden mochte.

Oft zog er zu Gericht, wenn es galt, Streitfaelle und innereFehden zu schlichten, und da er im Kloster de legibus studierthatte, wozu noch nie ein Herr sich bemuessigt gefunden, so warer ein besserer Richter, als je einer Tage gesetzt und Ding ge-halten, des Rechtes Busenfreund, dabei mild und auf weise Genug-tuung bedacht fuer all und j eden. Sein Arm, der den wildenWerber besiegt, war gefuerchtet ringsum; niemand tat Krieg einemLande an, das im Schutze stand eines Herrn von so unbedingtfesthaltender Hand, und etwa von sich aus den Frieden zu brechen,