des Rosenkranzes sollte man hier knieen.”
Da er nun aber aufstand vor ihr, geschah, was er befuerch-tet hatte: Ihr roter Mund musste laecheln, weil sie ihn sojung erfand. Das war so ein nachsichtig weiches Laecheln, er-barmend fast, bei spoettisch erhoehten Brauen, wich aber raschwieder von ihren Lippen: nicht, weil er erroetend den Kopf auf-warf, das sah sie nicht, da ihre Augen musternd niedergingen anseiner Gestalt und spaehend verweilten beim Anblick seinerTracht. Denn Grigorss hatte heute sein Wappenkleid angelegt, dasschoene, aus den Stoffen seiner Mitgift, Pfellel war es ausMorgenland, dunkel-bunt, von Goldfaeden durchwoben, und derBrokat hielt ihre Augen an, derart, dass ihre Lippen sich oeff-neten und ihre Brauen sich in Betrachtung zusammenzogen. Nochim Spaehen aber brach sich ihr Blick in Leid.
”0 Schwert, wie gehst du auf 3 neue so grimmig durch meinHerz! Genommen, genommen haben sie’s mir, mein Kindlein, meinesTrauten Vermaechtnis, seines Leibes suesse Gabe, und es imFaesslein dem wilden Meer zum Frass gebracht - verzeih es ihnender, dem ich’s in tiefster Seele nicht verzeihe! Solchen Stoff,denselben, hab ich dem armen Schifferlein mit Traenen ueber- unduntergelegt, wahrlich ganz gleich ist dieser jenem an Guete undFarbe, darauf sollte ich mich verstehen, er koennte bei Gott ge-wirkt sein von derselben Hand und ist es moeglicherweise.Schrecken und Schmerz und tausend suendig wonnevolle Erinnerun-gen durchzucken mich beim Anblick dieses ganz ebensolchen Ge-wirkes, und zugleich kann ich nicht umhin zu erwaegen, dass esein edles Haus sein muss, mit rar bestellten Spinden, das demKnaben da diesen Brokat vererbte.”
Ihr Busen hob sich beklommen in der oberen Enge ihres Kleides,
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