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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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"Sehr bemerkenswert", versetzte Herr Feirefitz. "Unterdiesen Umstaenden ist mir, Amtsmann, Euere Sangesfreudigkeitrecht wohl begreiflich."

"Wenn ich sie schlecht bekaempfen konnte", erwiderte GregorsGastfreund, "so hat das wesentlich mit der Augen blaeulicher Loheim blassen Gesicht zu tun. Uebrigens habe ich mich hinreissenlassen, ich will es nur gestehen* Dass er Einen quer spaltete,sodass ders nicht merkte, und erst spaeter zur Haelfte abfiel,das hab ich hinzugesungen; es hat sich in Wahrheit nicht zuge-tragen."

"Immerhin", entgegnete der Truchsess« "Die Diversion bleibteindrucksvoll auch ohne diese Einzelheit. An dem RittertumEueres Juvenils und daran, dass er uns nuetzlich werden kann,laesst sie kaum einen Zweifel."

"Ich will Euch eine Theorie vertrauen", fuhr der Schulzefort, "aus der sich die ausserordentliche Probe, die uns meinGast von seinem Edelmut gegeben, zur Not erklaeren laesst* Ihmmuss wohl vergoennt sein, sich im Kapfe jeden Augenblick ueberalles sonst uebliche Mass zusammenzunehmen und gleichsam seineLebensgeister dabei in einem brennenden Punkte zu versammeln.

Ich pflege meinen Gedanken sonst eine klarere, sofort jedem ver-staendliche Form zu finden, bin aber in diesem Fall genoetigt,mich etwas versponnen auszudruecken."

"Sei dem wie ihm sei", antwortete der Truchsess, "die Augender Frau auf Eueren Gast zu lenken und ihn ihr zu prassentieren,damit er sich ihr zum Lehnsmann antrage, bedenke ich mich nichtlaenger. Kaerglich sind die Gelegenheiten; aber das Fest unse-res Glaubens, Mariae Empfaengnis, ist nicht mehr fern. An die-sem Tage, wie Ihr wisst, laesst sie sich blicken und reitet154