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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
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"Natuerlich wuerde den Ritterkleid kleiden, und Stoff, ihm einszuzuschneiden, der waere ja wohl vorhanden." Aber er sagtenichts, sondern schuettelte nur sorglich das Haupt.

"Ihr wisst ja nicht, teuerer Herr", setzte Grigorss seinjugendliches Gerede fort, "wie innerlich wohl bereitet ich binzur Ritterlichkeit. Nie habe ich's euch gestanden* solange dasTor der Moeglichkeiten geschlossen war.Du kannst ja nichtreiten, sagt ihr mir vaeterlich. Nein, leiblich hab ich es niegeuebt, aber im Geiste viel tausendmal, und welch Ritter immerdort draussen im Hennegau, im Haspengau oder in Brabant preis-lich zu Pferde sass: in meinen Traeumen könnt ich es besser* undzwar nicht so einfach von Duenkels wegen, sondern wahrlich derSache nach. Was ich an Buechern kenne, das reut mich nicht,Grammaticam, Divinitatem und Leges, sie alle studierte ich gernund leicht. Und doch, wenn man mich ueber den Buechern sah, wiespielten meine Gedanken da heimlich so oft gegen Sper undSchildl Mein wahres Sehnen war ungestillt. Ein Ross, ein Ross!Es wieherte hell, weil es seinen Meister erkannt gar schnell.

Da Hess ich denn meine Schenkel fliegen, die konnte ich so be-hende biegen, dass nicht an den Flanken noch am Bug, das Pferdich spornte, das mich trug: Nein, etwas dahinter tat ichs ge-witzt, einen Fingerbreit, wo der sursangle sitzt. Neben derMaehne flogen die Beine, und wer mich im Sattel sah, wahrlich,ich meine: wie ein Teppichbild, ein Gemaelde fein, muesste ichdem erschienen sein. Mit dem firmen Sitze ists nicht getan:

Auf die schoene Muehlosigkeit kommt es an. Zu gehaben wusstesich da mein Leib - so glimpflich, als waer es nur Zeitver-treib. Die Sporen gesetzt, zur Volte bereit, so berannt ichden Gegner im poigneis weit, und nie vergass ich bei diesen130