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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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dass in all der Wissenserwerbung seine Seele nur halb bei derSache war. Und ich will hinzufuegen, was hier raetseihaft klin-gen mag, dass, wenn die feine Gelehrsamkeit es war, die ihn derHuette seiner Herkunft entfremdete, es noch andere Dinge, Ge-fuehle und Denkbilder gab, die ihm nun wieder zuweilen sogarauch die Lust am Klosterwissen und an den Buechern verdarben,indem ihm war, als sei er nicht nur von den Seinen verschiedennach Stoff und Art, sondern passe auch zu den Moenchen und Mit-Scholaren im Grunde nicht, passe nicht in sein Kleid, in seinenStand, in seines Lebens Umlauf nicht, worin das Knieen mit demSitzen ueber Buechern wechselte, und sei ein heimlich Fremderso hier wie dort.

War das Hochmut und suendlicher Duenkel? Aber wenn er aufden Erfolg seiner Studien nicht stolz war, ihn eigentlich geringund nicht fuer seine wahre Sache und Ehre achtete, was blieb ihmdann, sich etwas darauf zugut zu halten? Kann man stolz seinganz einfach auf sich selbst, wie man da geht und steht, Talentegarnicht angesehen, und somit die Gelehrsamkeit als ein Ding fuerLeute betrachten, die sie brauchen, um auch was zu sein? Er warjedoch bescheiden und artig gegen jedermann, nicht schmeichleri-scher Weise, sondern von wegen in ihn gelegter guter Sitte. Mitfuenfzehn, sechszehn war er zum besten Juengling erwachsen, rankvon Gliedern, das Antlitz schmal, mit geradem Naeschen, anmuti-gem Munde, schoenen Brauen, von Schwermut sanft beseelt. DieLeute der Insel waren ihm hold. Wenn er in Klosterauftrag un-ter sie ging, nach Sankt Dunstan ins Dorf, so sprachen sielaechelnd ihm Ins Gesicht und mit Bedeutung in seinem Ruecken,

- darauf gab er wohl acht, nicht gern, und doch mit sonderbarerBegier. Etwa stand er, mit einem Manne eine Sache beredend, und

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