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Der Erwählte : Roman
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war. Da floss denn dreiste Drohe mit ein in suesse Werbung, wenner ihr schrieb und sie mit Botschaften beschickte, des Sinnes,eher wolle er sie mit Waffen sich erstreiten, als auf sie, allerMagde beste, verzichten und eine andre nehmen. Ihrer sei dieSchuld, dass sein Reich ohne Koenigin bleibe, wie sie schuld sei,dass ihr eigenes des Herrn entbehre, und gegen so viel Uebel wer-de Gott ihn schliesslich heissen, zum Schwert zu greifen. Sooder aehnlich dieser Hahn und Hengist. Da aber Sibylla, um ihnim Zaum zu halten, ihre Gegenworte wieder mehr dem Ja annaeherte,so vergingen noch drei Jahre, ehe ihm die Geduld riss. Dannaber riss sie ihm, und mit zweitausend Rittern und zehntausendSerjanten fiel er Sibyllen ins Land und ueberzog es mit Kriegund Brand.

"Zu Hilfe, Herr Eisengrein! Vergesst, dass wir im Kummereuch unsres Hofs verwiesen! Gedenkt der Dienste, die ihr unse-rem in Gott verklaerten Herrn Vater geleistet! Ruft meine Ritterauf, versammelt mein Fussvolk, oeffnet die Arsenale, wackererFeldzeugmeister, und werft euch dem frechen Raeuber entgegen, deruns mit blutiger Hand in sein Bett reissen will! Schuetzt euereHerzogin, die Gott Geweihtei"

Also begann der "Minnekrieg" zwischen Burgund und Flandern-Artois, wie er heisst im Mund der Saenger, und der, bei wechseln-dem Gluecke, von Hartnaeckigkeit stets erneuert, verderblich hinund wider wogte fuenf Jahre lang.

"Gebt, Fraue, doch den Frieden dem Land nach soviel Lidenund reichet dem die Hand, der so nach euch entbrannt, dem Werberkuehn und viel zaehi" Sie aber sprach] "Jariais!"

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