und werbende Geschenke von Land zu Land, und Koenig Roger-Philippus visitierte auch selbst mit seinem Sohn und einem statt-lichen Gefolge burgundischer Ritter den Hof von Bruges, wo Rogersogleich drei Ehrendamen verfuehrte, von der Herrin aber kalt an-gesehen ward. Die hatte eine Art, seine hoechst ritterliche Ge-stalt der Laenge nach mit moquanten Augen zu messen, hinunter undwieder hinauf, die den Gockel aufs Blut erbitterte und ihn fuerimmer gegen sie erhitzte, also dass er meinte, sein Ehr’ sei hin,wenn er sie nicht besaesse. Auch war der ganze Hof, einschliess-lich der drei in wenig Tagen gefallenen Damen, der Vl/erbung hold;denn alle wuenschten, dass Sibylla dem Lande einen Herzog gaebe,und dass ihrer Keuschheit endlich ein Ziel gesetzt sei. Sie aberwich dem Anliegen des Koenigs hoefisch aus, sagte nicht Nein, dochauch beileibe nicht Ja und hatte sich unbestimmte Bedenkzeit aus-bedungen, als die Burgunder wieder nach Hause zogen. Von da er-neuerten sie ihre Botschaften, Mahnungen und Bitten, wurden abervertroestet und abgespeist mit Gegenworten, die sich bald mehrdam Nein naeherten, bald, nur der Hoeflichkeit zur Steuer, mehrdem Ja und alles stets in der Schwebe liessen, zu dem Behuf, dassVater und Sohn der Sache endlich muede wuerden.
Vier Jahre vergingen so, da reichte Koenig Roger-Philippusdem Tode seine Hand und musste mit ihm gehen, Roger, der Spitz-bart, aber ward Koenig vom Arelat. Der hatte zwar alle Damenseines Hofs, die unter fuenfzig waren, und dazu eine MengeBuergerstoechter sich pflichtig gemacht, aber nie die Gier ver-gessen nach der Sproeden im v/eissen Kleid, die ihn so schnoedbetrachtet, und seit er zum Thron gelangt war, einte sich derSucht, sie zu besitzen, das Verlangen, sein Reich zu mehrendurch das ihre, wie es seines Vaters staatskluges Vermaechtnls
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