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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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so reifte sie doch, auf Erden die Zuege ihres toten Bruders be-wahrend, von Jahr zu Jahr zur schoensten Frau, was, glaube ichzu wissen, auch nach ihrem Willen war, dass Gott sich graeme,weil sie einen so schoenen Leib keinen. Gatten goennte, sondernihres Bruders buessende Witwe blieb. Und doch schaute, wieschon in ihrer Kindheit, so mancher kristliche Fuerst nach ihraus und trug ihr seine Hand an durch Brief und Botschaft undmanchmal auch in Person. Aber ein jeder ward abgewiesen. Dasbetruebte Hof, Stadt und Land, wie es auch Gott betruebte, denes betrueben sollte, ob er gleich gegen so viel buessende Ent-haltung auch wieder nichts einzuwenden haben konnte. Den Zwie-spalt goennte sie ihm.

Im sechsten Jahre begann ein gar adeliger Fuerst, Roger-Philippus, Koenig vom Arelat, ihr anzuliegen fuer seinen mann-baren Sohn, Roger mit Kamen, ohne Philipp. Das war ein Prinzwie ich ihn auf den Tod nicht leiden kann, ein unverschaemter.Schon mit fuenfzehn hatte er einen Spitzbart, schwarz, wie seineAugen, die gluehenden Kohlen glichen, mit Brauen, geschwungenwie sein Schnurrbart, und war lang, haarig, streitbar und galant,ein Gockel, Herzensbrecher, Duellant und Teufelskerl, mir ganzunleidlich. Dass sein Vater ihm Gutes goennte, will ich begrei-fen, auch dass er fuer ratsam hielt, ihn baldigst ehelich zu be-frieden. Herrn Grimaids edle und fromme Tochter schien dafuerdie rechte Wahl, und staatskluge Erwaegung spielte mit in denPlan hinein, denn nicht nur goennte der Koenig seinem Erben dasschoene Weib, auch dass er Artois und Flandern erheuere zumAre lat und Hoch-Burgund noch obendrein, das goennte er ihm vorallem.

Darum denn gingen Botschaften und Bitten, zarte Verschlaege

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