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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Seele, und ihr seid nun unsere Herrin. Nehmt hiermit die Beugungmeines Kniesl Zugleich seid ehrerbietig um eurer Ehre und meiner

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willen vermahnt, dass ihr, wenn wir ihn nun zu Grabe bringen, ei-nen Schmerz zu Tage legt, wie man ihn einem Bruder zollt, und kei-nem anderen. Jeder Schmerz, der heisser, als einer Schwesterrecht und gemaess ist, muss streng verborgen bleiben."

Sie gab ihm dies zurueck:

"Fuer Weisung und zarte Anspielung, Herr Ritter, meinen Dank.Ich denke, ich habe die Miene nicht, als wuerde ich euere, meinesBeschuetzers, Ehre biosstellen mit Aeusserungen eines Schmerzes,der zu weit geht. Ihr seid recht unerfahren im Schmerze, wennihr meint, der tiefste waere laermend. Ich gedenke jetzt, dreiStunden ueberm Sarge meines holden Bruders zu beten. Es duerftedas die Grenze des Sittsamen nicht ueberschreiten. Dann moegtihr ihn mit abgemessener Trauer an seine Staette bringen. Diemeine ist hier nicht laenger, auf euerer Wasserburg, und nichtvon hier aus will ich des Landes walten. Ich hoffe, auch fernereinen getreuen Dienstmann an euch zu haben, Cons du Chatel, dochliebe ich euch nicht, und ob ihr mich auch zu euerer Herrin mach-tet, steht ihr doch nicht bei mir in Gnaden, des sollt ihr zurStunde von mir beschieden sein* Ihr habt mir mein suesses Ge-schwisterkind genommen, habt es aufs wilde Meer verschifft undseinen Vater, meinen trauten Bruder, in den Tod gesandt, - dasmusste wohl alles um der Ehre und Staatskunst willen so sein,aber dennoch trag ichs euch nach und bin eurer harten Gutmuetig-keit bis zur Erbitterung muede. Ich will euch weder zum Sene-schalk noch zum Truchsess, noch will ich euch ueberhaupt um michhaben, wenn ich nun in meiner Hauptstadt Wohnung nehme, im hohenSchloss zu Bruges am tiefen Haff. Ihr moechtet, waert ihr um

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