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Der Erwählte : Roman
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es nicht uebers Herz, den armen Wiligis zu toeten. Denn wie es

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der Geist der Erzaehlung ist, der die Glocken laeutet, wenn sievon selber laeuten, so ist er es auch, der toetet, die da imLiede sterben.

Tot, jung Wiligis, so schlank und fein! Es ist wahr, erhatte niemanden seiner wert erachtet, als seine mitgeborene undebenso feine Schwester, und hatte unverzeihlich mit ihr gesuen-digt. Nur schwer vergebe ich ihm auch das Morden Hanegiffs, ei-nes so guten Hundes. Zur Busse aber war er ritterlich bereit^ge-wesen, da sich doch zeigte, dass er ihr nicht gewachsen war.

Ich weiss nicht, dieser Juengling, obgleich zur Suende begabt undschnell dazu aufgeregt, war auf dem Herzen wohl nie recht festgewesen. Garzu leicht erbleichte er, zitterte leicht und wartapfer, aber gebrechlich. Das Scheiden von seiner suessenSchwester, seinem Weibe, hatte ihm hart und zehrend an3 Leben ge-griffen, und zur strengen Fahrt auf K^euzesritterschaft war erin der Seele nicht wohl gewappnet. Von Raeubern, Untieren,

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Suempfen, Waeldern, Fels und Wassern hatte er mit Anacleten meh-reres bestanden, doch bis zum Hafen Massilia sollte er gar nichtgelangen; Bevor er hinkam, griff er"äich^an die Brust, kehrte dasverzerrte Antlitz gen Himmel und sank ins Moos, .wo ihn mitleidigsein Ross beschnupperte. Wie rasch kam da auch Anaclet aus demSattel! In seinen Armen brachte er ihn zu einer Burg, nicht fernvon da, deren Herr sie gastlich aufnahm und den Yifegkranken pfleg-lich bettete. Dem aber war das Herz gebrochen; den zweiten Taggab er den Geist auf, und da man ihm das Leilach uebers Hauptzog, sollte die Erde dies ganz besondere Geschwisterantlitz,diese zum ernsten Mund gewoelbte Lippe, diese Augen, blau in derSchwaerze, dieses witternde Naeschen, die Stirne mit dem Zeichen

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