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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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das waren Angst, Qram und Jammer um den kleinen Schiffsmanndraussen im wilden Wind, den ganz in Gottes Hand Gegebenen, derihr nicht mehr die Milch abtrank, und von dem sie nicht wusste,ob er vielleicht gerettet oder von dem Meere verschlungen sei« -Wie schmerzte dieses Schwert1 Aber das vierte, das war einzweischneidiges, ihr ins Herz gestossen so grausamer Hand, dassich mich wundere, wie sie's ueberlebte und noch ihre Tage mehrte,- nicht zu ihrem Heil, oder erst ganz zuletzt zu ihrem Heil, wieich zu kuenden mir Vorbehalte* Zwar sank sie zweimal in Amachtvon diesem Schwert: einmal, als sies ins Herz empfing, und beimErwachen dann, als sie gewahrte, dass es noch da war, gleich wie-der. Dann aber lebte sie damit und trug es - wie? Das muesstihr die zarte und zaehe Weibsnatur fragen, ich kann's euch nichtsagen.

Gerade drei Tage naemlich vor dem Tage, an dem die Bleichezur Kirche gehen sollte, geschah es, dass Anaclet, der Knappe,mit verkehrtem Schilde auf der Burg erschien, zum Zeichen boeserBotschaft. Was konnte das wohl fuer Botschaft sein? Kaumbrauchte er ihr Worte zu verleihen, ja haette kaum mit umgekehr-tem Schilde kommen muessen, damit man ihn verstaende. Dass erallein zurueckkam, war genug. Sein holder Herr war tot.

Ach, ich bin ganz untroestlich ueber diesen Verlust 1 Da ge-waehrt das Schreiben mir einen rechten Kummer, wie er meinemMoenchtum in Wirklichkeit so wenig, wie rechtes Glueck, vergoenntist. Wohl moeglich, dass ich nur schreibe, um mir von beidem,menschlichem Glueck und Leide, etwas anzueignen. Kaum kann ichmich der Traenen erwehren beim Anblick von Anaclets verkehrtemSchild, und waere nicht draussen auf den Uenden noch einigeHoffnung auf Ersatz und freundlich Wiederleben, - ich braechte

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