ebenso nottut, moege sie ihm auch traurig zu Herzen gehen« Dasssie aber so traurig ist, mag seine Hoffnung staerken, dass es aufden Uenden draussen mit gluecklieheren Dingen zugehen wird, dennso unklug ist der Geist der Erzaehlung nicht, nur lauter Trauri-ges zu kuenden.
Die naechste Kunde ist von der suendigen Mutter und wieuebel es ihr noch immerfort erging. Die Frau, die hatte wahr-lich Leid zu tragen alsus viel, dass ich nicht weiss, ob auchmein Mund geschickt ist, solchem Leid gerecht zu werden und esmit Worten zu erreichen. Ich fuehle wohl, es fehlt mir an Erfah-rung. Weder rechtes Glueck noch rechtes Unglueck ward mir je zu-teil. Ich lebe so mitten inne, durch mein Moenchtum geschiedenVom einen wie vom andern. Das mag es sein, weshalb ich die Alle-gorie zu Hilfe rufe, um meiner Frauen Leid zu schildern, undsage, dass fuenf Schwerter ihr Herz durchbohrten, nicht wenigerals so viele. Und ich werde meine Metapher sogleich erklaerenund jedes der fuenf Schwerter bei Namen nennen.
Das erste war der geistliche Kummer, der sie beaengstigte obder Suende, die sie mit ihrem Bruder getrieben, wenn ihr Fleischund Blut auch wieder wonnig ihrer gedachte und der Hoffnung aufdes Gatten Wiederkehr inbruenstig anhing. - Das zweite war ihreKindskranicheit und Wochensieche, denn sie genas des Knaben, un-geachtet der treuen Pflege der Hebemutter, nur sehr langsam undschwer. Die Milch trat ihr zurueck und schuf ihr Fieberglut,und nach sechs Wochen, welches, wie man mir sagt, fuer die Frauendie rechte Frist ist, um zu erstehen vom Wochenbett und denersten Kirchgang zu tun, war sie noch so schwach, dass sie sichkaum auf den Fuessen halten konnte. - Kam das wohl vom Milchfie-ber nur? Ach, nein, denn jetzo nenne ich das dritte Schwert:
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