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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
61
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Staette, obgleich es da ist. Das ist der Widersinn, den ihrmir zu loesen gebt und gebt mir allerlei Namen noch obendrein.Soll der Knabe aufwachsen hier in der Kammer? Denn draussendarf nicht eines Menschen Auge ihn sehen* Ich habe nicht desLandes Herren dieser Junfrau schwoeren lassen, dass sie unsereHerrin sei, damit nun ihre Meintat und Schande offenkundig werdeund meine Ehre hin sei mit der ihren. Ihr Weiber aber habtSpatzenhirne mit Sinn nur fuer das Fleischliche und schoene Kin-der, aber keinen fuer Ehre und Politik. 1 '

Es weinten da die beiden Frauen: Sibylla tat es in ihreblassen Haende unterm Bettgebaeude, und Frau Eisengrein, die dasKind im Arme hielt, begoss es mit ihren Traenen.

"Ich wills besinnen", sprach er, "und mich darueber legenmit Bedacht, wie wirs am besten machen, Nur solche Namen, wieihr mich nanntet, verbitt ich mir," Dann kraute er das Kind-lein mit seinem Finger etw as am Kinn, "Hei, du Schmucker, hei,Schmunzibutz, arm Suenderlein, sei nicht ganz ungetrost, es wirdschon halben Weg fuer dich noch Rat geschaffen sein!"

Zu seinem Weibe aber sprach er andern Tags im Saale:

"Eisengreinin, am besten, wir machen selber so wenig als nurmoeglich mit diesem schoenen Kind und geben es ganz in GottesHand, Er muss wissen, was Er mit dem Unbehausten zu tun gedenkt,und ob es leben oder sterben soll, das sei ihm von uns in Demutanheimgegeben. Ich bestimme, dass wir gerade nur tun, was noetigist, um ganz den Knaben in Gottes Hand zu geben, nicht mehr undauch nicht weniger. Darum habe ich beschlossen, ihn auf das Meerauszusetzen, aber durch die Vorsicht, mit der ich*s tue, Gott zubedeuten, dass wir, was an uns liegt, uns freuen wuerden, wenner das Kind errettete. Ich will es In ein Faesslein legen, das