Vi/eiberi Wir werden eine praechtige Niederkunft haben und sindgarnicht mehr weit davon, dass ich dich in ein heisses Badstecke, - es loest und foerdert. Von der fruehesten Wehe an,und sei sie erst noch so leise, geh ich dir nicht mehr von derSeite, sondern schlafe, wenn’s 3ein muss, im steilen Stuhl hierwachsam neben deinem Bette, bi3 dass du recht ins Kreissenkommst« Pass auf, das wird sehr schoen, und ist im Grunde vielschoener, als das luetzel Umarmen. 1 '
Sibylla aber hatte auch einen schweren Traum, den sie derBurgfrau wohl erzaehlen musste. Ihr traeumte, sie gebaere einenDrachen, der ihr dabei gar grausam den Mutterschoss zerriss« Da-nach flog er davon, was ihr sehr grossen Seelenscbmerz bereitete,kehrte aber wieder und draengte sich zu ihrem noch groesserenSchmerze in den zerrissenen Mutterschoss zurueck.
"Da sieht man, dass du Angst hast, Kind, und garnichts wei-ter. Was Drachei Praechtig werden wir mit einem rechtschaffenenMenschenkinde niederkommen, und ich wollte, dass es ein Weibleinwaere. Keine Sorge] Ich hab* es schon und mach’ es los, undwenn es nicht gleich greinen will, will ich es bamsen.”
Die Aussetzung
*
Des ward gar keine Not, denn das Kindlein, das die Mutter-Jungfrau in ihren Noeten zu Tag gebar, das greinte gleich ganznach Wunsch und war ein Knabe, so rein gebildet und wohlgetan,dass es ein Wundern war, mit langen Wimpern, laenglichem Schae-del, braunem Haar und lieblichen Zuegen, der Mutter aehnlichund also auch dem Onkel, kurz, so huebsch, dass Dame Eisengreinbekannte: "Zwar und wahr, ich haette mir ein Maidlein wohl ge-wuenscht, doch der hier soll mir auch recht sein."
59