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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
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Gastes abfand, das weiss Ich nicht. Wahrscheinlich war ihr jedeMutterschaft, auf wie irre Weise sie auch zustandgekommen, einheiliger Segen und ein Gottesfaktum, das ein Kartell bedeutetean ihr Zusammenhalten mit allem Weiblichen und an ihre fast gie-rige Beistandsfreudigkeit«

Gleich einer Mutter, nur eifervoller und inniger noch, nahmDame Eisengrein sich der Gramvollen an, schloss sie von der gan-zen Burg sogleich und allen ihren Leuten in einer entlegenenKemenate ab, wo es ihr an nichts gebrach, und wo sie sie zu ihrerteueren Gefangenen machte, sie ganz allein besuchte, sie atzteund versah, behorchte und befuehlte und die Bleiche, hoeher undhoeher Tragende zu troesten suchte, wenn sie um den Verlorenen,den Fahrenden, den ganz allein Geliebten weinte.

"Ach, Mutter Eisengrein, wohin kam mein Traut, mein Einziger,mein Bruder? Wie soll ichs fassen, dass wir getrennt sind inder Welt? Ich steh's nicht aus und kann mich unmoeglich darangewoehnen! Verdopple ich meine Suende und bekraeftige ich meineVerdammnis dadurch, dass ich nach ihm weine? Ach, seines Leibesund Lebens Samen trag ich doch und trage unterm Herzen, was seinUmarmen mir gegeben! Die Kaeuzchen schrieen, Hanegiff lag Inseinem Blute, und blutig wars auch im Bette. Aber wie ueber-suess wars doch, als er bei mir war, als ich seine holde Schul-ter an meinen Lippen hatte und er mich, wenn nicht zur Frau, sodoch zum Weibe machte!"

"Lass gut sein", sagte dann die Dame Waerterin, "und lassIhn ziehen! Wenn sie uns zum Weibe gemacht und uns das Ihredahingegeben haben, moegen sie ebensowohl dahinziehen, sie sinddann zu nichts mehr nuetze, und das Ganze ist nur noch Weibes-sache. Seien wir froh, dass wir jetzt unter uns sind, wir58