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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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A.

vom Kinde, teils aber, und besonders, weil sie entherzt war, dennihr Herz war bei dem Fahrenden. Das seine wiederum war bei ihr,so dringend er es selber brauchte, um mit Anaclet zwischen Raeu-bern, wildem Ungetier, schluerfenden Suempfen, verrufenen Wael-dern, rollendem Fels und reissenden Wassern sich durch die Weltzu schlagen, dass sie den Hafen Massilia erreichten, wo sie einSchiff zu heuern gedachten ins Heilige Land. Dem Juengling undder Maid, ihnen beiden war elender zu Mute, als es mir, dem Um-guerteten, je beschieden sein kann. Aber ein wenig besser, dasmuss ich gestehen, war doch meine Maid daran; denn sie sollte ge-baeren, und so blickte sie in einem Sinne doch dem Leben in dasAntlitz, er aber nur dem Tod.

Auf Herrn Eisengreins Wasserburg nun, im Flachen, nahe demknatternden Meer, war Sibylla so gut und guetig und angenehm, mitsoviel Diskretion und, wenn ich so sagen darf, fachkundigem Anteilan ihren Umstaenden aufgenommen, wie man es sich nur erdenkenkann. Herr Eisengrein naemlich hatte wohl gewusst, zu wem er dieschoene Suenderin brachte, will sagen: zu seinem Weibe, Dame Ei-sengrein, einer Matrone, die ich in ihrer Art ebenso preisen muss,wie ihren Herrn. Denn etwas ganz Besondres und dabei Exemplari-sches war es mit ihr: gab er ein so ausnehmend festes und staem-miges Mannsbild ab, so war sie weiblich durch und durch, von We-sen und Gesinnung, geschaeftig mit ganzer Seele dem Weiblichenzugewandt, - ja, ausser fuer Gott (sie war sehr fromm und trugein grosses Kreuz von schwarzem Bernstein auf ihrem berghohenBusen) interessierte sie sich fuer nichts, als alles, was Weibes-leben betrifft, im blutig-froemmsten Sinn, besonders also fuerWeibes Last und Not und heilig schmerzensreiche Ergiebigkeit,fuer stockende Regel, schwangeren Leib und Wuergenot und wunder-

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