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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Landes walte*

Nun war es mit dem Lehenseid so glatt und einfach nicht, weilja manch Munkeln und Zwinkern gewesen war, wie es mit dem Jung-fraeulein und ihrem Bruder stand, und manche Herren waren nichtlustig, dem Antrag stattzugeben und das Fraeulein zur Herrin zunehmen* Aber Herr Eisengrein liess unter der Hand verbreiten,dass eip jeden, der sich dem Wunsch des Herzogs weigere, zum Tjostauf lange Lanzen und kurze Schwerter herausfordern und nichtSicherheit von irgend einem annehmen werde. Und da er eisernenLeibes und noch nie vom Pferd gestochen worden war, so ueberlegtensie sich's und schwuren allesamt. Er aber fuehrte sein Schutzkinddurchs Land hinab ans Meer auf seine Burg, Reisige vorn und hin-ten, wobei Sibylla, bleich, verwitwet und verwaist, zwischen zweiPferden in einem sanften Tragstuhl schwebte, waehrend Herr Eisen-grein in Waffen neben ihr ritt, recht drohend um sich blickendund die Ritterfaust auf seinem Schenkel kuehn gestemmt.

Dass Gott ihr diesen staemmigen und klugen Schutzherrn ge-sandt, dafuer muss man danken, soviel Leides ihr noch bevorstandund so elend sie jetzt schon war. Das arme DingJ Ich bin einMoench und habe auf dieser Erde mein Herz an nichts gehaengt;ich bin, so zu sprechen, fest gegen Glueck und Leid und biete,vom Cingulum umguertet, dem Schicksal keine Bioesse* Eben darumhat mich der Geist der Erzaehlung zum Gefaess erwaehlt, dass ichmich des Jammers solchen armen Dinges annehme und ihr blassesLeid durch die Erzaehlung zu Ehren bringe, moege es auch der Ehrevon sich aus noch so sehr ermangeln. Der Abschied ward den Ge-schwistern gar zu schwer. Sie waren, mit ihrem Sichelzeichenauf der Stirn und Eins das Kind des Anderen tragend, nun einmalzur Trennung nicht geschaffen. Bleich war die Jungfrau teils

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