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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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gebaere. Bemerkt, ich rate nicht, dass sie um ihrer Suende wil-len der Welt entsage, sich ihres Guts entschlage und in einemKloster sich verschliesse. Das keineswegs. Busse naemlich zutun fuer ihre Suend und Schande, dafuer werden ihr weit bessereFazilitaeten gewaehrt sein, wenn ihre Guete und ihr Gut beisam-menbleiben und sie mit beiden die Armen begruessen kann. Hat siekein Gut mehr, so bleibt ihr nur die Guete, und was frommt Gueteohne Gut? Beinah so wenig wie Gut ohne Guete. Gut scheint mirviel eher, dass sie Guete und Gut bewahre, denn so vermag sie mitdem Gut die Guete zu vollbringen. - Ist euch mein Rat genehm?"

"Er Ist es", antwortete der Juengling. "Ihr habt aus unsrerLage die Folgerungen, so hart, wie sie sein mussten, und so milde,wie sie sein konnten, mit starker Hand gezogen. Ewigen Dank!"

"Was wird aber", fragte Sibylla, ','aus meiner lieben Strafe ?

meines Bruders Kind, wenn ich es in exierem Schutz geboren habe?"

*

"Das ist eine spaetere Frage", entgegnete Herr Eisengrein,

"und ueber die Bruecke wollen wir gehen, wenn wir zu ihr gelangtsind. Eine Menge Rats hab ich euch aus dem Stegreif schon gege-ben. Ihr dürft nicht verlangen, dass ich alles Vorgelegte aufeinmal loese."

"Wir tun's gewiss nicht", beteuerten sie beide. "Sovielschon, guter Herr, habt ihr geloest und seid wahrlich wie dieLoewin, an deren Zitzen wir Laemmlein trinken."

"Ja, ihr seid mir die rechten Laemmlein!" sprach er nichtohne Bitterkeit. "Aber gleichviel nun! Und gehandelt! Herzog,sendet Boten aus! In aller Baelde muss euer Wille und Gesuchden Herren kund sein. Ihr habt, wir haben alle drei oder vierkeine Zeit zu verlieren!"

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