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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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segneten «Jungfrau schien es doch, als sei durch die blosse Sen-dung des Knappen ein Ausweg aus ihrem Elend bereits gefunden, undso kam es auch ihrem allzu trauten Bruder vor, also, dass sie er-hobenen Hauptes Hand in Hand hinter den voranspringenden Pagen zuTische gingen. Auch hatten sie sich in Herrn Eisengreins Lehns-treue nicht getaeuscht, denn nicht vierzehn Tage waren vorueber,waehrend deren das schlimme Fruechtchen in des ^raeuleins Schosssich groesser naehrte, da ritt der Ritter mit Anaclet ueber dieBruecke von Belrapeire, liess sich im Hof entwaffnen und stiegzu der Kemenate empor, wo die Suender in Hoffen und Zagen seinerwarteten*

Er sah genau so aus, wie Y/iligis ihn der Geliebten zur Erin-nerung beschrieben hatte und trug die Loewin, die das Lamm saeugt,auf dem Y/appenrock. Gedrungen trat er daher, gruesste mit vae-terlicher Ehrerbietung und fragte nach des Herzogs Befehlen. Deraber sprach mit kleiner, stotternder Stimme:

"Teuerster Baron und Gurvenal, ich habe nichts zu befehlen,sondern ich und diese, meine schoene Schwester, wir haben nur zubitten, ja zu flehen und zwar um Rat und weise Y/eisung, dass ihraus der Lage und aeussersten Bredouille, in der wir uns befinden,mit fester Hand die Folgerungen zieht, die unsere bange Jugendnicht zu ziehen weiss. Denn die Bredouille ist derart, dass un-sere Ehre so gut wie verloren ist, ausser, Gott erleuchte euereTreue mit gutem Rat und lehre euch, ueber uns zu unserer Rettungzu beschliessen. Seht uns hier!"

Und damit warfen beide sich, wie sies vorher verabredet, vorihm auf die Kniee und streckten unter Traenen die Haende zu ihmempor

"Liebe hohe Kinder", sprach der Ritter, "um Gott, was tut

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