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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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"So muessen wir uns eroeffnen und, wenn auch die V/orte nichtueber unsre Lippen wollen, die im Bette so unheilvoll an einandergehangen, sie doch darueber zwingen und es alles gestehen. Ichhabe daran gedacht, dass wir es im Stuhle unsrem Pfaffen stockendund stoehnend sollten ins Ohr raunen, damit er uns Weisung vomHimmel gebe. Das jedoch mag an zweiter Stelle kommen, denn michduenkt, weltliche Weisung ist hier dringlicher, als pfaeffische.Nun weiss ich in meinem Lande einen festen, weisen Mann, HerrnEisengrein, Cons du chatel, mein Gurvenal und maistre de cortei-sie, von dem ich das Weidwerlc lernte und das legere Reiten undalle ritterliche Moralitaet. Aber auch sonst gab er mir manchegute, redliche Lehre, und ich mochte ihn nicht besonders, weiler so staemmig und redlich war, auch weil ich wusste, dass unserVater, Herr Grimald, ihn oft zu Rate rief. Aber ungeachtet, dassseine grosse Redlichkeit mir etwas aufs Gemuet fiel, war meinVertrauen zu ihm stets ebenso fest wie seine eigene Person. Erhat eisgraue Augen, die unter dicken Bueschen voll Klugheit undGuete blicken, und einen kurzen grauen Bart und tritt staemmigdaher in seinem Wappenrock, darauf die Loewin gestickt ist, dieer im Schilde fuehrt, und die an ihren Zitzen ein Lamm saeugt,das Inbild von Kraft und Kristentum. Ihm wollen wir uns bekennenin unsrer Not. Er soll die harten Folgerungen ziehen aus unsrerLage und uns Rat und Richter sein, was mit uns Unseligen zu ge-schehen hat in dieser Welt. Schicke ich meinen Anaclet zu ihmauf seine Wasserburg mit dringendem Ruf, so kommt er gewiss."

Es ist unglaublich, wie getroestet Sibylla fuer den Augen-blick durch diesen Vorschlag war. Es hatte sich durch ihn ander verzweifelten Lage der Geschwister vorderhand ja nicht dasMindeste geaendert noch gebessert, aber der ungeheuerlich ge-

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