ihren» Ihre Haende bedeckte er, Verzeihung suchend, mit Kuessen,drueckte ihre nasse Wange an seine, und da seine Stimme nochsproed von Jugend war, so klang sein Sprechen gar jaemmerlich imWeinen»
''Ach, Aermste, Liebste, Trauteste", so weinte er, "wie istmir das Herz zerrissen van deinetwillen, ob deiner Not und meinergrossen Schuld! Vergib, vergib mir! Aber, wenn du mir auch ver-gibst, was ist, und wem, damit geholfen? Waeren wir nie geboren,so waere auch dies unstatthafte und staettenlose Kind nicht, dasuns selbst die Staette unter den Fuessen wegzieht und uns beidein der Welt unmoeglich macht! Um deinetwillen, Geliebte, zer-reisst das mir das Herz, wiewohl du es in der Verzweiflung gewis-sermassen besser hast, als ich. Denn du kannst unsere Strafelieben mit Mutterliebe, waehrend ich sie garnicht lieben, sondernnur verwuenschen kann. Welch Missgeschick! Zwanzig Jahre undlaenger musste Baduhenna in gerechter Ehe mit Grimald auf unswarten, wir aber sind gleich so grausamlich gesegnet! Hat esdie Suende so eilig, fruchtbar zu sein? Ich habe es nicht gewusst,dass Suende so furchtbar fruchtbar ist, ich auch nicht! Und nungar die Suende des Hochmuts, dass sie gleich Frucht tragen werde,wahrlich, ich habe nicht angenommen, das liege in ihrer Art!
Hochmut aber, du Aermste, Liebste, war unsre Suende, und dass wirin aller Welt von niemand andrem wissen wollten, als von uns be-sonderen Kindern. Aber etwas Schuld, mit aller Ehrerbietung seies gesagt, traegt auch Herr Grimald, der Beigesetzte, nicht nur,weil er uns erzeugte, sondern auch, weil er garzu ritterlich zudir war, du Suesse, und mich eifernd oft von deiner Seite trieb,
- das trieb mich zu dir ins Eette. - Ach, was hilft das alles?Verfallen, wie auch die Schuld verteilt sei, sind wir beide,