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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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fester nun noch an einander geschmiedet waren als jemals, - ausder Massen liebten sie einander, und das ist es, weshalb ich michdes Wohlwollens fuer sie, helf Gott, nicht ganz entschlagen kann.

Es heisst wohl: "Ist das Bett beschritten, ist das Recht er-stritten", aber was war hier erstritten als Unrecht und schwin-delnde Verkehrtheit! Nach der Ordnung geht das Beilager vor derTrauung und Hochzeit, aber hier an Trauung und Hochzeitsfest zudenken, nach der Beschreitung, waere irrer Wahn gewesen, undSibylla, nicht Jungfrau laenger, durfte doch am Morgen nicht ihrHaar aufbinden und das Gebaende der Frauen anlegen, sondern musstein Luege weiter den Kranz, der doch vom eigenen Bruder zerrissenwar, im offenen Haare tragen, wenn sie vorm Landgesinde an seinerHand dahinschritt bei Herrn Grimalds Bestattung und beim Fest desLehenseides. Da waren vor Arras auf dem Anger viel ueppige Zelteaufgeschlagen, mit dreifarbigen Sammetdaechern (wenn man die Le-derhuelle abzog, die sie bei Regenwetter bedeckte), und Stangen,mehr als der Spessart Baeume hat, waren rings in den Plan ge-pflanzt , behaengt mit Wappenschilden und reichen Bannern. Manchalter Ritter tat da seine Haende zwischen die jungen, suendigenHerzogs Wiligis und neigte sich vor der Jungfrau-Herzogin, dierechtens in Staub und Asche sich haette bergen muessen. Sie aberwar der seltsamen Meinung und sprach auch zu dem Irr-Gatten indiesem Sinn, dass Eine, die nur dem eigenen Bruder angehoerthabe, nicht im gemeinen Sinn Frau geworden, sondern immer nochJungfrau sei und zu Recht das Kraenzlein trage.

Und dabei lebten sie fort und fort in ungebaerer Ehe, Mondfuer Mond, und war nicht die Rede, dass eines haette Miene ge-macht, zu ehelichen, wie es der Vater vorgeschrieben. Zubruen^tig hingen sie an einander, schritten zu Tafel Hand in

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