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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Schwester hei, als Mann dem Weibe, und ihre Kemenate droben imDonjon, um den die Eulen kreisten, war so voll von Zaertlichkeit,Befleckung, Wut, Blut und Meintat, dass sich mir vor Erbarmen,Scham und Kummer das Herz umdreht und ich es alles kaum sagenmag.

Sie lagen beide nackend unter ihren Decken von weichem Zobel,im matten Schein der Ampel und im Duft des Amber, womit man ihreBetten bestaeubt, - die standen nach zuechtiger Sitte weit voneinander, und zwischen ihnen schlummerte schneckenfoermig gela-gert, Hanegiff, ihr guter Hund. Sie aber konnten nicht schlafen,sondern lagen mit offenen Augen oder drueckten diese nur manchmalgewaltsam zu. Wie es um das Fraeulein stand, will ich nicht wis-sen, aber Wiügig, erregt von seines Vaters Tode und dem eigenenLeben, stoehnte unter dem Pfahl im Fleisch und unter ^alandesStachel, also dass ers schliesslich nicht laenger aushielt undaus seinem Bette schluepfte, auf blossen Sohlen um Hanegiff herum-ging, sachte Sibyllas Decke lupfte und sich, der Gottverlassene,unter tausend unstatthaften Kuessen zu der Schwester tat.

Sie sprach scherzend mit unscherzhaft erstickter Stimme:

"Sieh da, Herr Herzog, michel Ehre erweist ihr mir mit euremunverhofften Besuchl Was verschafft mir den Vorzug, eure liebeHaut an meiner zu spueren? Eine Freude waere mir das, wenn nurnicht um den Turm die Kaeuzlein so aengstlich schreien wollten.'"

''Die schreien immer . 11

"Aber nicht so aengstlich. Wahrscheinlich kommt es daher,dass ihr eure Haende nicht ruhen lassen koennt und garso seltsammit mir ringt. Was bedeutet, Bruder, dieses Ringen? Nun habeich deine suesse Schulter an meinen Lippen. Warum nicht? Esist mir lieb. Nur solltest du es nicht darauf absehen, meine

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