Die schlimmen Kinder
Um siebzehn Jahre ueberlebte Herr Grimald sein Weib Badu-henna, um mehr nicht und nicht weniger; dann kam er zu ihr un-ter den Stein im Dom zu Ypern, aber auf dem Steine lagen siebeide starr gemetzt noch einmal, als kristliche Gesponsen, ihreHaende vor Gott auf der Brust gekreuzt. Es war naemlich dieserFuerst seit seiner Frauen Scheiden dem Klaret in immer wachsendemUebermass ergeben gewesen, und eines Tages ward er wirklich sodunkel kupferrot im Gesicht, wie Wiligis ihn im Traum gesehen,dann aber gel: da hatte der Tannewetzel ihn an die Schlaefe ge-troffen, und er war tot, vorlaeufig nur an seiner rechten Seite,sodass er dort kein Glied mehr ruehren konnte, auch der Sprachezum Teil verlustig war: nur aus dem linken Mundwinkel konnte ernoch Worte wie Blasen blubbern lassen. Sein Arzt von Loewenaber, wie auch der Grieche Klias, den er rufen liess, sie beideverhehlten ihm nicht, dass leicht und bald der Tannewetzel ihnnochmals treffen koenne, und dann werde er unvermeidlich totsein auch links.
Dies sagten sie aber, damit er noch bei Zeiten sein Reichbestelle; sie brachten ihn durch ihre Warnung auf den Gedanken,und so beschickte er die Besten von dem Lande, Mage, Mann undDienstmann, um ihnen seine Seele und seine Kinder zu empfehlenund sie zur Eidestreue zu vermahnen, wenn nun der Tod sein Weg-genosse werden sollte. Als sie nun alle, Vettern und Lehnsherrnnebst den Kindern, sich um sein Bett versammelt hatten, woraufer lag, recht sehr entstellt, da eines seiner Augen geschlossenwar und ihm die Wange gelaehmt herunterhing, sprach er zu ihnenso gut er konnte:
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