zuhauen aus unserem Nachteil. 1 '
"Sage das nicht, dass du nichts hastl - Aber lass uns nieder-sitzen im Pensterbogen und etwas kosen ueber den Buhurd von heute,wie komisch Graf Kynewulf von Niederlahngau, 'Kurzibold* geheissenob seiner Kleinheit, auf seiner riesigen Rappenstute sich aus-nahm, und wie Herr Klamide, fils du comte Ulterlec, im Strauchei-
*
stürz unter sein Ross zu liegen kam, worueber Frau Garschiloyevon der Beafontane fast den Verstand verlor."
Sie taten nach ihrem Vorschlag, sassen, die Arme in Sammtund Seide einander um die Schulter gelegt, auf der Bank im Bogenund lehnten manchmal die huebschen Koepfe an einander. Zu ihrenPuessen hatte sich, Kopf auf den Pfoten, ihr angellaendscher Hundgelagert, ein Scenter, Hanegiff mit Namen, eine sehr liebe Crea-tur, weiss, schwarz nur um das eine Auge einschliesslich des Ohr-gehaenges. Er teilte auch ihr Schlafgemach und schlief dort im-mer zwischen ihren Betten auf einem mit Rosshaar gefuelltenmateras. Der Blick durchs Fenster ging ueber die Daecher undZinnen der Burg hinab auf eine Strasse im Tal, von Wiesen undgelb bluehendem Gebuesch gesaeumt, auf der eine Herde dickwolli-ger Schafe langsam dahinzog. Sibylla fragte:
"Hast du \vohl Augen gehabt fuer Alisse von Poitou in demNarrenkleide, worin sie sich spreizte, zur Haelfte aus gold-durchwirkter Seide, zur Haelfte aus Pfellel von Ninive, mitbunt gestuecktem Rock? Sie fanden sie viele so waetlich."
Er sagte darauf:
"Ich habe keine Augen gehabt fuer ihre praetendierte Waet-lichkeit. Ich habe nur Augen fuer dich, die du mein weiblichGegenstueck auf Erden. Die anderen sind fremde Stuecke, mirnicht ebenbuertig wie du, die mit mir geboren. Die von Poitou,
29