mit zugespitzten Fingern, und an einigen von diesen funkeltenRinge, je einer am oberen und unteren Gliede. Schlank war sie,von lieblicher Hueftlinie, und wie bei ihm setzte die Oberlippeweit vorn am Naeschen an und war gewoelbt. Die duennen Nuesterndazu flatterten ganz wie seine.
“Ach Herr und Bruder", sprach sie, indem sie ihn von derKettenhaube befreite und ihm glaettend ueber sein dunkles Haarstrich, "du warst herrlich, als sie dich durchstossen lassenmussten durch die ganze Schar! Wie deine Beine in den Buegelnstanden beim Ansturm, das sah ich mit Freuden. Dein sind diejugendschoensten Beine von allen hier. Nur meine, in ihrerandren Art, sind ebenso schoen. Insonders ergreifen mich deineKniee, wenn du jambelierst und deinem Tiere die Schenkel gibst."
"Herrlich", antwortete er ihr, "bist du, Sibylla, ganz vonselbst und ohne Buhurd! Mein Geschlecht, das muss sich regenund etwas tun, um herrlich zu sein. Mit deinem darf man nursein und bluehen und ist schon herrlich. Das ist der allgemein-ste Unterschied zwischen Mann und Weib, von genaueren abgesehen."
"Wir neiden euch", sagte sie, "euere Unterschiede, bewundernsie und sind in Scham gehuellt, weil wir in den Hueften breitersind, statt in den Schultern, und folglich eine zu grosse Bauch-flaeche haben, auch einen zu umfangreichen derriere. Aber dasdarf ich sagen, dass gleichwohl meine Beine so hoch und schlanksind, dass nichts zu wuenschen bleibt in dieser Beziehung."
"Das darfst du", erwiderte er, "und darfst nicht vergessen,dass wir wiederum, wenn nicht mit Neid, so doch mit suessem Ge-fallen auf euere Unterschiede blicken. Sogar von Neid kann dieRede sein ebenfalls, denn wo ist unsere Bluete? Wir haben hiernicht und da nichts, nur etwas Kraft allenfalls, um uns heraus-28