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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
116
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Alle Augen richteten sich scharf auf Herrn Knaak.Sagte ich es nicht, daß er sich auf Glatteis begeben,sich der Gefahr einer Prüfung auf Herz und Nierenausgesetzt hatte? Aber er antwortete:

Danke, ich habe in meiner Jugend genug Prügelbekommen."

Er war gerettet. Aalglatt hatte er sich aus derSchlinge gezogen, hatte auf seine Jahre hingewiesen,zu verstehen gegeben, daß er früher einer ehrlichenPrügelei keineswegs ausgewichen sei, und dabei nichteinmal geprahlt, sondern seinen Worten das Geprägeder Wahrheit zu geben gewußt, indem er mit sympa-thischer Selbstverspottung eingestand, daß er ver-hauen worden sei. Man ließ ab von ihm. Man sahein, daß es schwer, wenn nicht unmöglich war, ihn zuFall zu bringen.

Dann soll gerungen werden!" verlangte jemand.Dieser Vorschlag fand wenig Beifall. Aber mittenhinein in die Beratungen darüber ließ Do Escobar(und ich vergesse nie den peinlichen Eindruck, den esmachte) hinter seinem blutigen Schnupftuch hervorseine heisere spanische Stimme vernehmen:Ringenist feige. Ringen tun die Deutschen!" Eine uner-hörte Taktlosigkeit von seiner Seite, die denn auchsofort die gebührende Abfertigung fand. Denn hier