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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
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der eine dem anderen in die Magengegend. Ersicht-lich wußten sie nicht recht, was sie miteinander an-fangen sollten, und das entsprach ganz meinemeigenen Empfinden. Seit ihrem Zusammentreffenwar die ganze Nacht und der halbe Tag verflossen,und ihre Lust, aufeinander loszuschlagen, die gesternabend so lebhaft gewesen und nur von ihrer Ritter-lichkeit gezügelt worden war, hatte Zeit gehabt, sichabzukühlen. Nun sollten sie zu festgesetzter Stunde,mit nüchternem Blut und vor versammeltem Publi-kum auf Kommando tun, was sie gestern so gern auslebendigem Antriebe getan hätten. Aber schließlichwaren sie gesittete Jungen und keine Gladiatoren desAltertums. Man trägt bei ruhigem Verstände docheine menschliche Scheu, jemandem mit den Fäustenden gesunden Leib zu zerschlagen. So dachte ich esmir, und so war es wohl auch.

Da aber ehrenhalber etwas geschehen mußte,fingen sie an, einander mit den fünf Fingerspitzen vordie Brust zu stoßen, als glaubten sie in gegenseitigerGeringschätzung, den Gegner so leichthin zu Bodenstrecken zu können, und zu dem deutlichen Zweck, ein-ander zu reizen. In dem Augenblick aber, als JappesMiene anfing, sich zu verzerren, brach Do Escobardas Vorgefecht ab.