stände der Stadt; er war wenig beaufsichtigt undeigentlich beinahe schon das, was wir damals einen„Butcher" (will sagen Stromer) nannten, jedoch mitder Nuance des Lebemännischen. Do Escobar warfrei von Natur, ein erotischer Fremdling, der nichteinmal regelmäßig zur Schule ging, sondern nurhospitierte und zuhörte (ein unordentliches, aberparadiesisches Dasein!) — der bei irgendwelchenBürgersleuten Pension bezahlte und sich vollständigerSelbständigkeit erfreute. Beide waren sie Leute, diespät zu Bett gingen, Wirtshäuser besuchten, abendsin der Breitenstraße bummelten, den Mädchen nach-stiegen, wagehalsig turnten, kurz: Kavaliere. Ob-wohl sie in Travemünde nicht im Kurhotel — wohinsie auch nicht gehört hätten — sondern irgendwo imStädtchen logierten, waren sie draußen im Kurgartenals Weltleute zu Hause, und ich wußte, daß sie abends,namentlich Sonntags, wenn ich längst in einem derSchweizerhäuser in meinem Bette lag und unter denKlängen des Kurkonzerts friedlich entschlummertwar, nebst anderen Mitgliedern der jugendlichenLebewelt unternehmend im Strome der Badegästeund Ausflügler vor dem langen Zeltdach der Kon-ditorei hin und her flanierten und erwachsene Unter-haltung suchten und fanden. Hierbei waren sie an-
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