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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
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in ferne Bäder. Jur Gesellschaft gehörte sie nicht, ob-gleich sie ihr offengestanden hätte. Vielmehr lebte sie,sei es um ihrer Trauer willen, sei es, weil der Horizontunserer herrschenden Familien ihr zu eng war, per-sönlich in der größten Zurückgezogenheit, sorgte aberdurch Einladungen und die Anordnung gemeinsamerSpiele, durch Johnnys und Sissies Teilnahme amTanz- und Anstandskursus und so weiter für den ge-selligen Verkehr ihrer Kinder, den sie, wenn nichtselber bestimmte, so doch mit ruhiger Sorgfalt über-wachte: und zwar so, daß Johnny und Sissie es aus-schließlich nur mit Kindern aus vermögenden Häusernhielten selbstverständlich nicht zufolge eines aus-gesprochenen Prinzips, aber doch der einfachen Tat-sache nach. Frau Bishop trug insofern von weitemzu meiner Erziehung bei, als sie mich lehrte, daß, umvon anderen geachtet zu werden, nichts weiter nötigist, als selber auf sich zu halten. Des männlichenOberhauptes beraubt, zeigte die kleine Familie keinesder Merkmale von Verwahrlosung und Niedergang,die sonst in diesem Falle so oft das bürgerliche Miß-trauen erwecken. Ohne weiteren Verwandtschafts-anhang, ohne Titel, Überlieferung, Einfluß undöffentliche Stellung war ihr Dasein zugleich separiertund anspruchsvoll: und zwar dermaßen sicher und ab-

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