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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
79
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finden, daß er schön aussah, jung, herrlich und be-törend! Wie die Liebe anderer zu ihm ihre eigene zueinem qualvollen Aufflammen brachte!... Undwenn es vorüber war, wenn er am Schluß eines Festes,das sie in Not -und Pein um ihn verbrachte, sich inunwissenden und egoistischen Lobpreisungen dieserStunden erging, so kamen jene Augenblicke, wo ihrHaß und ihre Verachtung ihrer Liebe gleichkam, wosie ihnWicht" undFant" nannte in ihrem Herzenund ihn durch Schweigen zu strafen suchte, durchlächerliches, verzweifeltes Schweigen ...

Wissen wir's recht, kleine Baronin Anna? Machenwir reden, was alles sich hinter deinem armen Lächelnverbirgt, während dieSchwalben" singen? Undes kommt jener erbärmliche und unwürdige Zustand,in dem du gegen Morgen nach der harmlosen Gesellig-keit in deinem Bette liegst und deine Geisteskräftean das Nachdenken über Scherze, Witzworte, guteAntworten verausgabst, die du hättest finden müssen,um liebenswürdig zu sein, und die du nicht gefundenhast. Es kommen jene Träume ums Tagesgrauen,daß du, vom Schmerze ganz schwach gemacht, anseiner Schulter weinst, daß er dich mit einem seinerleeren, netten, gewöhnlichen Worte zu trösten suchtund du plötzlich durchdrungen bist von dem beschämen-