hustete, gähnte, immer am selben Punkt dieser Schmerz,diese kleine, teuflische, stechende, bohrende Mahnung,die nicht schwieg, seitdem vor fünf Jahren in Erfurtdas Katarrhfieber, jene hitzige Brustkrankheit, ihnangefallen — was wollte sie sagen? In Wahrheit,er wußte es nur zu gut, was sie meinte — mochteder Arzt sich stellen wie er konnte und wollte. Erhatte nicht Zeit, sich mit kluger Schonung zu begegnen,mit milder Sittlichkeit hauszuhalten. Was er tunwollte, mußte er bald tun, heute noch, schnell...Sittlichkeit? Aber wie kam es zuletzt, daß die Sündegerade, die Hingabe an das Schädliche und Ver-zehrende ihn moralischer dünkte als alle Weisheitund kühle Jucht? Nicht sie, nicht die verächtliche Kunstdes guten Gewissens waren das Sittliche, sondernder Kampf und die Not, die Leidenschaft und derSchmerz!
Der Schmerz... Wie das Wort ihm die Brustweitete! Er reckte sich auf, verschränkte die Arme;und sein Blick, unter den rötlichen, zusammenstehendenBrauen, beseelte sich mit schöner Klage. Man warnoch nicht elend, ganz elend noch nicht, solange esmöglich war, seinem Elend eine stolze und edle Be-nennung zu schenken. Eins war not: Der gute Mut,seinem Leben große und schöne Namen zu geben!
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