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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
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ganz wund davon, und in Kopf und Gliedern lagdieser Schnupfen ihm wie eine schwere, schmerzlicheTrunkenheit. Oder war an all der Schlaffheit undSchwere das leidige Jimmergewahrsam schuld, dasder Arzt nun schon wieder seit Wochen über ihn ver-hängt hielt? Gott wußte, ob er wohl daran tat. Derewige Katarrh und die Krämpfe in Brust und Unter-leib mochten es nötig machen, und schlechtes Wetterwar über Jena, seit Wochen, seit Wochen, das warrichtig, ein miserables und hassenswertes Wetter,das man in allen Nerven spürte, wüst, finster und kalt,und der Dezemberwind heulte im Ofenrohr, verwahr-lost und gottverlassen, daß es klang nach nächtigerHeide im Sturm und Jrrsal und heillosem Gram derSeele. Aber gut war sie nicht, diese enge Gefangen-schaft, nicht gut für die Gedanken und den Rhythmusdes Mutes, aus dem die Gedanken kamen...

Das sechseckige Zimmer, kahl, nüchtern und un-bequem, mit seiner geweißten Decke, unter derTabaksrauch schwebte, seiner schräg karierten Tapete,auf der oval gerahmte Silhuetten hingen, und seinenvier, fünf dünnbeinigen Möbeln, lag im Lichte derbeiden Kerzen, die zu Häupten des Manuskripts aufder Schreibkommode brannten. Rote Vorhängehingen über den oberen Rahmen der Fenster, Fähn-

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