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Der kleine Herr Friedemann
Entstehung
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erfüllt waren, gehörten zu denen, für die er sich nichteignete, wie Turnen und Ballwerfen. Das machtemanchmal ein wenig traurig; am Ende war er vonjeher daran gewöhnt für sich zu siehen und dieInteressen der anderen nicht zu teilen.

Dennoch geschah es, daß er sechzehn Jahrezählte er damalszu einem gleichalrerigen Mädcheneine plötzliche Neigung faßte. Sie war die Schwestereines feiner Rlafsengenossen, ein blondes, ausgelassenfröhliches Geschöpf, und bei ihrem Bruder lernteer sie kennen. Er empfand eine seltsame Beklommen-heit in ihrer Nähe, und die befangene und künstlichfreundliche Art, mir der auch sie ihn behandelte,erfüllte ihn mit tiefer Traurigkeit.

Als er eines Sommernachmittags einsam vor derStadt auf dem Walle spazieren ging, vernahm erhinter einem Jasminsirauch ein Flüstern und lauschtevorsichtig zwischen den Zweigen hindurch. Auf derBank, die dort stand, faß jenes Mädchen nebeneinem langen, rotköpfigen Jungen, den er sehr wohlkannte; er hatte den Arm um sie gelegt und drückteeinen Ruß aufihre Lippen, den sie kichernd erwiderte.Als Johannes Lriedemann dies gesehen harte, machteer kehrt und ging leise von dannen.

Sein Ro pfsaß tiefer als je zwischen den Schultern,feine Hände zitterten, und ein scharfer, drängenderSchmerz stieg ihm aus der Brust in den Hals hinauf.Aber er würgte ihn hinunter und richtete sich ent-schlossen auf, so gut er das vermochte.Gut," sagte