Druckschrift 
Der kleine Herr Friedemann
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

er zu sich,das isi zu Ende. Den anderen gewährtes Glück und Freude, mir aber vermag es immernur Gram und Leid zu bringen. Ich bin fertig damit.Es ist für mich abgetan. Nie wieder."

Der Entschluß tat ihm wohl. Er verzichtete,verzichtete auf immer. Er ging nach Hause undnahm ein Buch zur Hand oder spielte Violine, waser trotz seiner verwachsenen Brust erlernt hatte.

it stebenzehn Jahren verließ er die Schule,^ ^ ^ um Kaufmann zu werden, wie in feinenPreisen alle 'Welt es war, und trat in das großeHolzgeschäft des Herrn Schlievogt, unten am Fluß,als Lehrling ein. Man behandelte ihn mit Nach-sicht, er seinerfeits war freundlich und entgegen-kommend, und friedlich und geregelt verging die Zeit.In seinem einundzwanzigsten Lebensjahre aber starbnach langem Leiden seine Mutter.

Das war ein großer Schmerz für Johannes Friede-mann, den er sich lange bewahrte. Er genoß ihn,diesen Schmerz, er gab sich ihm hin, wie man sicheinem großen Glücke hingibt, er pflegte ihn mittaufend Rindheitserinnerungen und beutete ihn ausals sein erstes stackes Erlebnis.

Ist nicht das Leben an sich etwas Gutes, gleich-viel, ob es sich nun fo für uns gestaltet, daß manesglücklich" nennt? Johannes Lriedemann fühltedas, und er liebte das Leben. Niemand versteht,

6