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um die Erlaubnis zu bitten, dass die ebräischen Leute sichsammelten und drei Tage weit über die Grenze ins Wüstezögen, um dort draussen dem Herrn, ihrem Gott, der sie ge-rufen habe, ein Opferfest zu feiern und dann zur Arbeit zu-rückzukehren. Man erwartete kaum, dass Pharao sich von die-ser Finte blenden lassen und glauben werde, sie würden zu-rückkehren. Es war nur eine mildere, höfliche Form, dasGesuch der Freilassung vorzubringen. Aber der König wussteihnen keinen Dank dafür.
Erfolg allerdings hatten die Brüder darin, dass sie über-haupt in das Grosse Haus und vor Pharao’s Stuhl gelangten,und zwar nicht nur einmal, sondern bei zäh andauernder Ver-handlung wieder und wieder. Hierin hatte Mose seinen Leu-ten nicht zuviel versprochen, denn er fusste darauf, dassRamessu sein heimlicher Lüsternheits-Grossvater war, unddarauf, dass beide wussten, dass jeder es wisse. Damit hatteMose ein starkes Druckmittel in der Hand, und wenn es auchniemals ausreichte, dem König die Zustimmung zum Aus-zuge abzugewinnen, so machte es Mosen doch ernstlich ver-handlungsfähig und verschaffte ihm ein übers andere MalZutritt zu dem Gewaltigen, da dieser ihn fürchtete. Zwar istdie Furcht eines Königs gefährlich, und Mose spielte die gan-ze Zeit ein gewagtes Spiel. Er war mutig—wie mutig er war,und welchen Eindruck er damit den Seinen machte, werdenwir baldigst sehen. Leicht konnte Ramessu ihn still erwürgenund verscharren lassen, damit endlich wirklich nichts mehrübrig sei von seines Kindes Sinnengrille. Die Prinzessin aberbewahrte jenem Stündchen ein süsses Angedenken und woll-te nun einmal nicht, dass ihrem Schilfknaben ein Leids ge-schehe,—in ihrem Schutze stand er, wie undankbar er ihrerFürsorge, ihren Erziehungs-und Förderungsplänen auchbegegnet war.
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