Sehr behilflich war ihm sein Bruder Aaron, ein hochge-wachsener, sanfter Mann mit schwarzem Bart und schwarzenRingellocken im Nacken, der seine grossen, gewölbten Au-genlider gern fromm gesenkt hielt. Ihn hatte er in alles ein-geweiht, hatte ihn ganz für den Unsichtbaren und sämtlicheImplikationen gewonnen, und da Aaron aus seinem Barteheraus salbungsvoll-fliessend zu reden verstand, so begleiteteer Mose meistens auf seinen Werbe-Wegen und sprach stattseiner, allerdings etwas gaumig und ölig und nicht hinreissendgenug, sodass Mose durch begleitendes Fäusteschüttein mehrFeuer hinter seine Worte zu bringen suchte und ihm oftauch holterdiepolter auf aramäisch-ägyptisch-arabisch insWort fiel.
Aarons Weib hiess Eliseba, die Tochter Amminadabs; siewar auch mit vom Schwure und von der Propaganda, sowieeine jüngere Schwester Mose’s und Aarons, Mirjam, ein be-geistertes Weib, das singen und pauken konnte. Besondersaber war Mose einem Jüngling geneigt, der seinesteils mitLeib und Seele zu ihm, seiner Verkündigung und seinen Plä-nen stand und ihm nicht von der Seite wich. Eigentlich hiesser Hosea, der Sohn des Nun (das ist »Fisch«), vom StammeEphraim. Aber Mose hatte ihm den Jahwe-Namen Jehoschua,auch kurzweg Joschua, verliehen, und den trug er nun mitStolz,—ein geradestehender, sehniger junger Mensch mit ei-nem Krauskopf, vortretendem Adamsapfel und einem be-stimmt eingezeichneten Faltenpaar zwischen seinen Brauen,der bei der ganzen Sache seinen eigenen Gesichtspunkt hatte:nicht so sehr den religiösen nämlich als den militärischen;denn für ihn war Jahwe, der Vätergott, vor allem der Gottder Heerscharen, und der an seinen Namen geknüpfte Ge-danke des Entweichens aus diesem Diensthause fiel für ihnzusammen mit dem der Eroberung neuen und eigenen Siedel-
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