Slclllcn (Gesch.)
nen), fast ohne alle Bildungsan.stalten (2 Universitäten, zu Palermo undMessina, nur S Druckereien, die im Jahre1821 und 1822 56 Schriften Herausgaben,einige Bibliotheken und Museen), doch mitLust und Borliede zur Dichtkunst Auchhier sind die 3 Stände: Adel, Geistlich-ke t, Bürger; erste beiden sehr reich, derAdel in Fürsten, Herzöge, Marquis, Grafenund Barone gelheili. Das Feudalwesen istaufgehoben. Das Parlament besteht aut
2 Kammern, hat das Recht bei Auflegungneuer Steuern mitzusprechen u. kommt alle
3 Jahre zusammen. Die Pairskammer He-
stedt aus geistlichen (58) und weltlichen(127) Pairs; die Kammer der Gemeindenbesteht au« Deputirten der 23 Distrikte u.der Städte, zusammen 154 Glieder. DieCentralbehörden der Insel sind diede« Festlandes; befindet sich der König aufdiesem, so bestellt er für jene einen Statt-halter, o't in d'r Person eines Prinzen,dem dann ein nstt den übrigen Ministerncorrespsndirender Minister betgegeben wird.Jede der 7 Inten'anturen hat ihren eignenIntendant u. Jntendanturrath, so wie einenVorsteher der einzelnen Bezirke. Ein Ju,stizgericht, unabhängig von dem zu Reape',entscheidet in Criminal- und Eioitiachen;unter ihm stehen die App.'llationsgerichte,unter diesem die Districlsgerichte. Städleund Dörfer haben ihre eignen Richter, dieden DistrictSgerichten untergeben sind. DieGesetze sind die in Neapel gültigen. DieFinanzen stehen unter dem karrimonioregio. Der König ist der oberste Bischofn. heißt deshalb bsekissimo patre. Geist-liche Angelegenheiten werden vor einem be-sondcrn Gerichtshok entschieden. Die Ein-nahme wurde 1823 auf 1,377.609, dieAusgabe auf 1,744 977 Unzen berechnet.Was S. zu den Ausgaben des Staat«beiträgt, wird jährlich besonders bestimmt.Da« Militär soll tO.OOO M-m« regu.laire Truppen und 8000 Milizen betragen.Zur Deckung der Küsten sind, wie an denSüdküsten Spaniens, Wachtthürme ange-legt. Eintheilung: früher in di« 3Provinzen Val di Ma,zara, Val di De-mone und Val di Noio, jetzt in 7, nachden Hauptstädten benannte Intendanzen;Palermo, Messina, Siragoffa, Eatania,Ca!atanite»ta, Lrapani, Girgento, begrei-fend 28 Distrikte. u /7">.)
Sicilien (Gesch.). 1. Von mythi-scher Zeit bi» zum Untergänge desabendländisch-römischen Reichs.Dn Kriechen zu Homeros Zeit war S,N'cht bekannt, nur eine dunkle Ahnungscheinen sie davon gehabt zu haben, unddieser Dichter nennt ein Lhrinakia u. Hy-per-a, was er als das westlichste Landkennt, wo nicht fern der Eingang in dieUnterwelt und eine Tagereise wet»-r dasEnde der Erde ist, in deren Nähe die
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Eharybdis dräust, Skylla droht und derSirenen Insel ist, wo die Rinderheerdendes Helios geweidet werden, wo die Ky-klopen u. Lästrygonen wohnen, vor welchenerstern die gottge'.iebten Phäaken weichenmußten. Alles dies bezog man in derFolge auf S. und nannte so als die äl-testen Bewohner S.s die Khklopen u. Lä,strygonen (s. b.), wilde und rauhe No,madenstämme, deren Unkenntniß des Gast,recht« vielleicht Seefahrer in früher Zeitempfunden hatten, und deren BeschreibungVeranlassung gab, sie mit griechischem Fa-belwesen zu vermischen. Die Erstern mögenmehr die nordöstliche, Letztere die südöstlich«Küste bewohnt haben; man hat versucht,sie von Japhet abstammcn zu lassen; dieRiesenmäßigkeit ihres Körpers sollten späterauf S. gefundene Knochen noch beweisen,vgl. darüber Riesen. Di« ersten Einwan-derer sollen die Sicaner gewesen sein u.der Insel den Namen Sicania gegeben ha-ben. Mehrere älter« Schriftsteller (dar-unter Thukydides und Philistos) lassen sieaus Jberia stammen, wo sie an einemFlusse, Sicanus, wohnend, von den Ligu-rern vertrieben worden wären. Viclleichtwohnten sie mehr an der Grenze Liguriens,wanderten durch deren Land und Italienherab (weshalb sie auch von Einigen fürein italisches Volk gehalten wurden), bissie aut der Insel sich sestfetzten. Andere(darunter Diodoros u. TimäoS) ließen dieSicaner Aukochthonen sein. Wenn wir beidem Widerstreit der ältesten Echris<stellernichts Gewisses über die Sicaner feststellenkönnen, so läßt es sich unbezweifelt dar,thun, daß zu ihnen die Giculer (Si-kuloi) einwanderten. Dies« waren eineitalische Völkerschaft, welche vorzüglich inLatium wohnte, aber, durch di« Tyrrbenerund Landeseingebornen au« ihren Sitzenverdrängt, in Calabrien bei den MorgcleSSchutz und eine neue Heimath suchten; auchhier sahen sic sich den Anfällen der Opikerund Jazygen nicht gewachsen und gingenunter Anführung ibres Königs, Siculu«,nach der benachbarten Insel, welche vondiesem den Namen Sicilia bekam. Dar-aus, daß diese Einwanderung der Siculernicht auf einmal geschah, kann man sich dieVerschiedenheit der Zeitrechnung erklären;Einige lassen sie 80 Jahre vor dem troja-nischen Krieg Statt finden, Andere 1010v. Ehr. Ihre Sitze nahmen sie um denAetna herum, dehnten sich aber weiternach Westen und besetzten ebenso l>ie Kü-stenstriche. Bei ihrem Zuge nach Westentrafen sie «st auf Sicaner, mit denen siein Streitigkeiten gcriekhen, die sich iedochdurch gütliche Uebeeeinkunkt beider Völkerendigten, nach denen die Sicaner die Süd-und Westseite einnadmen und den KiculerndaS llebrigc überließen. Roch vor der Ein-wan-