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21 (1835) Sicilia bis Stadlerland
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2 SicMn (a. Geogr.)

baute gab loofälttgc Frucht. Daher warvon S. lange schon Getreide nach Sidon,Athen und Karthago geschafft worden undals ihre Kornkammer schätzten es die Rö-mer zu allen Zeiten und deshalb wurde csihnen so wünschenswerth die Insel eigen-thümlich zu besitzen. Die Regierungwar nicht zu aller Zeit dieselbe, ursprüng-lich war vielleicht eine erträgliche Aristo-kratie, da die Landejgenthünier (Gamoroivon den Griechen geheißen, s. GamoroS)die Häupter ihrer ausgebrelteten Familienwaren; nachmals aber trat demokratischeVerfassung ein und nachdem sich Einzelnean das Staatsruder gestellt hatten, warddie Insel durch Streitigkeiten zerrissen undöffnete leicht fremden Völkern den Zugang,welche Herren erst eines Theil«, dann derganzen Insel wurden, so die Karthager undRömer. Die älteren Gesetze, die großcn-theils von CharondaS (f. L.) herstammensollten, waren weise und wollten alle Ver.weichlichung entfernt halten, Ehrbarkeit be-fördern, überhaupt gute Bürger ziehen. DieReligion war früher wohl bloser Natur-dienst gewesen griech. Kolonien hatten grie-chischen Dienst mit sich gebracht. Ein National-gott scheint Adranus(s.d. u. vgl. Paliker) ge-wesen zu sein. Vor allen wurde aber Ceresverehrt; hier hatte sie ihre Tochter, Pro-serpina, verloren; am Aetna hatte sie dieFackel angebrannt, um di« Verlorne zu su-chen und deshalb hatte sie ihnen den Ge-treidebau gelehrt. Dafür feierten die Si-culer zur Saatzeit der Ceres Feste, nichtohne LaSlivität, und der Proserpina zurErnte. Neben ihnen wurde noch Venusallgemein hochverehrt und ihr zu Ehren dseAnag gia und Katagogia (s. b.) begangen,Diana und Minerva in einzelnen Städten.Künste und Wissenschaften wurdenhier treulich gepflegt. Berühmt waren di«DLdalischen Fclsenmauern der Sicaner undSituier; die noch jetzt im südlichen Theilder Insel erhaltenen Tholi (s. d.), die nachArt der griechischen Schatzhäuser (s. The-sauroS) gebaut waren; der Tempel derAthene auf Orty'gia in Syraeu«; in Agri-gentum blühte die Baukunst hauptsächlichunter Theron, dort sind außer vielen Tem-pelruiaen noch der Tempel der ConcordiaalS christliche Kirche gut erhalten, u. s. w.Unter dm Bildhauern zeichnet« sich beson-der« Pythagoras von Leontini au«; daßübrigens S. reich an Bildwerken war, sehenwir au« den Räubereien des BerreS bei Ci-cero und in den punischen Kriegen. Malergab er nicht viel vorzügliche, wenigstenszeichneten sie sich nicht durch schöne- Kolo-rit aus; genannt wird vor anderen Demo-philos. In der Musik waren^die SicklierMeister, aber sie artete endlich hier in ioni'cheWeichlichkeit auS; in der Mathematik machteArchimedt« (s. d.) vorzügliche Entdeckungen,vgl. SirilischeLiteratur. Vorzüglich wurde die

Sicilien (n. Geogr.)

Dichtkunst hier geübt z die Komödie sollte hierihr Vaterland haben, wenigstens kann mandies von der Mime zugeben, da die Sici-lier vor Allen zur Nachahmung der Ge-berden Anderer geeignet gewesen sein sollen;Tragödien schrieben Empedokles und So-sikle« (s. d.). Die Idylle erklang hier, wienirgends, und die echten Buko'iker (s. d.)waren Siciller. Außerdem war S. dosVaterland berühmter Redner (Gorgias, Lv-sias), Philosophen (Epicharmos, Dikäar-chos), Aerzte (HerodikoS, MenekrateS,Akron), Geschichtsschreiber lThemissogenes,Diodoros, Antiochos, Philistcs, Timäos).UeörigenS waren die S'cikier ein kluges,verschlagnes (daher sie für die schlechtestenMenschen gehalten wurden) u industriösesVolk; die alte, einfache Lebensweise hattensie später abgelegt und sich der Schwelgereiund Völlerei ergeben. Berüchtigt warensie noch dadurch, daß sie keine Sprach« gutsprachen, daher besonders von den Römernverspottet. Vgl. Saba, Res «ioulas, 6Bücher, herausgegeben von Baluzius; des.selben liiesauru« 8icäliae, 5 Thle., her»ausgeg. von P- Burmann; Klüver. Sicr-lia sntigua, 1619; d'Oreille, Lloirl,; 2.F. Ebert, Os Sicilise veteris ^eo^r.,Iristor., in^tlrol., linAu, , »nligurta-re s^lloAe, t Thl., Königsberg; Pan-crazi, Antivliita Sicilisne; Raoul-Ro-chette, IVloriurlieir« ineäits, Paris 1829,f.; Hittorf, ^roliicecture sotigns cko laSicils; F. Gärtner, Ansichten der meistenerhaltenen Monumente in Sicilien. 2)Gegend in Italien, wo die Siculer vor ih-rer Einwanderung nach S. gewohnt habensollten; 3) s. Sikelia; 4) (8. inanor,Klein-S.), so v. w. Naxos 1); 5> (8.oirerior, das diesseitige S.), Namedes Königreichs Neave! Im Mittelalter, alseS zum Königreich S. gehörte. (LK.)

Sicilien (n. Geogr), 1) (König-reich beider S.), europäisches König-reich, begreifend da« südliche Italien oderNeapel (s. d.) und die Insel Sicilien <s.unten), außerdem verschiedene, an den Kü-sten dieser Lheilc zerstreut liegende Inseln(pontinische Inseln, Jschia, Capri, ägadischeInseln, Tremiti u. a.), wird zu 1937; (n A.zu 1985;, 2034z, 2025, 2037) QM. ge-rechnet mit 7.420,000 (nach A. 7,034 000,1817 6 823,600) Ew. in 676 Städten, 398Marktstecken und fast 2200 Dörfern. Diekatholische Kirche ist die herrschende,doch haben auch Juden und Griechen freieRelizionsübung. Für Geistesbildung istim Ganzen wenig gethan, daher auch nochder starr« KatholiciSmu« hier herrscht undder Glaube an die abenteuerlichsten Wunderunter dem Volke allgemein ist. Verbrechenselbst erhalten durch Religionsübungen inden Augen desselben eine gewisse Weihe,und der Straßenräuber genießt noch im

Augen-