728 Venedig (Gesch. v. 1493 bis 1605)
als dieser ihm im Mär; 1578 ins Gtzabnachfolgte, wählte man den 88jährigenNicolo Dapoote (1578— 1585). WLH.rend dieser -Zeit fiel in V. nicht- von Be-deutung vor, denn wenn auch die Räu-bereien der Uskoken zu mancherlei Expedi-tionen Veranlassung gaben, so waren diesesmeb> militärische Execmionen als Kriege.Le» Innern wurde übrigens der Rechis-gang vereinfacht, durch weise Gesetze demWucher mit Lebensmitteln entgegen gearbei-tet» die Finanzen verbessert und durch denberühmten Baumeister Palladio.V. auf alleWeise verschönert. Zu jener Zeit wurdedie Riallobrücke und die Kirche des Erlö-sers erbaut und eine Akademie der Wissen-schailen gegründet. Nicolo Dapont« starb1535 und ihm folgte Pascal« Cicogna(1585—1595), der aus einer neuen Fami-lie stammte, aber in dem Ruf der Heilig-keit stand. Während seiner Regierung ver-heiralhete sich der Troßherzog von Florenz,Franz von Medici, mit der Tochter einesvenetianischen PatrlcierS, Bartolomäo Ca-pello; die Tochter wurde, dem Gebrauch«gemäß, von dem Freistaat« adoptirl undauSgeftattet. Nach dem Tode Heinrich« III.von Frankreich erkannte der Senat sogleichHeinrich IV- als König von Frankreich an,obgleich der Papst, Spanien und Savoyenalles aufboten, diese Anerkennung zu ver.hindern; Heinrich IV. zeigte stch dafürdankbar, nahm die Venetianer in seinemStreite mit Savoyen, wegen des Mark-gralthums Saluzzo, als Schiedsrichter anund bat um Eintragung seine« Namens in,bas goldene Buch von B , eine Bitte,welche natürlich schnell erfüllt wurde. 1K95folgte aut Sicogna Maria Grimani(1595—1605) als Doge. Während seinerRegierung bemächtigte sich der Papst Cle-mens Vlll. des Herzogthums Ferrara undB. machte Miene, den Herzog Cäsar vonEste zu unterstützen; ein Krieg in Italienschien ausbrechen zu wollen, aber der Her,zog trat sein Land an den Papst ab undendigte so denselben, bevor er anqe'angenhatte. Von jeyt an war der Freistaat im-mer mehr bedacht, den Frieden mit denTürken zu erhalten und genoß denselbendoch nur gegen Aufopferung der kriegeri-schen Tugenden. Wissenschaften, Künsteund Handel blühten, Reichthümer aller Arthäuften sich in V. auf, aber die Macht de«Staates sank von dieser Zeit an immermehr, da der Reichlhum da« einzige Sire,den der Venetianer wurde. Um diese Zeitfällt auch die Beschränkung de» RaihS derZehen, der seit seiner Errichtung, zu An-fang des 14. Jahrh., eine stets größereMacht an sich gerissen hatte. Er hat!«das Rtchteramt usurpirt, so wie alles reize' der Verwaltung, hatte Dogen ab.gesetzt, Fried« geschloffen und Provinzen
Venedig (Gesch. v. 1605 bis 1798)
abgetreten, ohne dazu von der «berße»Staatsgewalt ermächtigt zu sein, und un-ter dem Vorwände, für das Wohl der Re-publik zu sorgen, batte er eine fast uner-trägliche Willkürherrschatt gegründet. Umdas Ziel seiner Eigenmacht leichter zu er-reichen, hatte er sich Mitglieder aus ar,dern Stiatskörpern beigesellt, zuerst dieS'gnorla oder den Rath des Dogen, aberd» 1402 verordnet wurde, daß im Fall derVollzähligkeit der Zehen, die fehlenden-Stel-len durch die Präsidenten der peinlichenOuarantie ersetzt werden sollten, und dieseErgänzung dem Rathe der Zehen mißfiel,so ließ er sich 1414 ermächtigen, nachL0 Patricier als Ersatzmännern leibst wäh,len zu dürfen Späterhin wollte er dieseSO Ersatzmänner noch brS auf 50 vermeh-ren, aber der große Ra'h verwarf ISSidiesen Vorschlag und 1605 gab er ein Ge>setz, dem zu Folge di« Ge chäfte der Zehen,männer auf Unterdrückung der Verbrechen,auf Verräeherei, Verschwörung und öffent-lichen Lutruhr beschränkt wurde. DstEinmischung, in polnische und finanzielleAngelegenheiten wurde ihm untersagt, under blieb nichts mehr alt eine obrigkeit-liche Behörde, die aber noch immer imDunkel» ohne Form und Regel richlele.V. Fortsetzung der Beschichte Be-nedigS bis zur Auflösung der Re-publik. 1605—1798. Der Senat desFreistaa's halte während seines Bestehensfortwährend die Anmaßungen der Päpstemit Beharrlichkeit zurückgewiesen und sei-nen Klerus im strengen Gehorsam gehal-ten; er hatte beim Beginn des Zeitraums,au den wir jetzt gekommen sind, von NeuemGelegenheit, ieine Grundsätze in dieser Hin-sicht in Ausübung zu bringen. Der PaostPaul V. schon aufgebracht, baß die Re-publik dem König von Ungarn Geld zurUnterhaltung des Türkenkriegs, da« derPapst in seinem Namen gefordert, verwei-gert hakte, wurde e« noch mehr, als einim I. 1605 gegebenes Gcfttz jede Veräuße-rung oder Schenkung zu Gunsten gastlicherStiftungen verbot und alt die Sieg'eru"-einen Canonscut, der eines bedeutende»Verbrechens wegen »»geklagt war, in dasGeiängniß setzen ließ. Während der Papstdeshalb schon mit B. unterhandelte, erfuhrer, daß noch ein Pr'ester wegen Verdachtdes Ansttitens von Meuchelmord verhalletworden sei und nun Unterzeichnete erBeistimmung des Cardinal > Collegiums »Breven, in welchen er bei Strafe de« Bann»nicht nur die Fretgedung der Priester, son-dern auch die Zurücknahme de« erwähntenDecrcts und noch eines andern verlang",da« 1603 gegeben worden war und dasErbauung von Kirchen und Klöster oh"Erlaubnis der Regierung verbot.
Breven konnten nicht überreicht werben,^