561
stammte, geordnet hatte. Man nahm in zwei Lehn-stühlen Platz...
„Herr Doktor!" sagte sie, indem sie die Armekreuzte, den Kopf znrücklegte und zur Decke empor-blickte. „Sie sind ein Mann, der das Leben kennt,sowohl als Mensch, wie von Berufs wegen; ich darfoffen zu Ihnen sprechen!" Und dann eröffnete sieihm, wie sich mit Bäbett und im Schlafzimmer Allesbegeben habe, worauf Doktor Gieseke bedauerte, ihrerklären zu müssen, daß weder der betrübende Vor-fall auf der Treppe, noch die gewisse, ihr zuteil ge-wordene Beschimpfung, über die des Nähern sich zuäußern, sie sich weigere, einen hinlänglichen Schei-dungsgrund darstelle.
„Gut," sagte sie. „Ich danke Ihnen."
Tann ließ sie sich eine Übersicht der zu Recht be-stehenden Sch eidun gs gründe liefern und nahm daran-schließend mit offenem Kopf und eindringlichem In-teresse einen längeren dotalrechtlichen Vortrag ent-gegen, worauf sie den Doktor Gieseke vorläufig miternster Freundlichkeit entließ.
Sie begab sich ins Erdgeschoß hinab und nötigteden Konsul in sein Privatcomptoir.
„Thomas," sagte sie, „ich bitte dich, dem Mannenun unverzüglich zu schreiben... ich nenne nichtgern seinen Namen. Was mein Geld betrifft, sobin ich aufs Genaueste unterrichtet. Er soll sich er-klären. So oder so, mich sieht er nicht wieder.Willigt er in die rechtskräftige Scheidung, gut, sobetreiben wir Rechnungslegung sowie Erstattung
Mann, Buddenbrooks. I. 36