Druckschrift 
1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
558
Einzelbild herunterladen
 

558

war nicht Permaneders Schuld, behüte, nein. Erhatte gethan, was er konnte, und ist sogar zwei bisdrei Tage nicht ins Wirtshaus gegangen, bewahre!Aber es gehörte doch dazu, Thomas. Es machte michnicht glücklicher, kannst du dir denken. Ich habeausgehalten und nicht gemurrt. Ich bin allein undunverstanden und als hochmütig verschrieen umher-gegangen und habe mir gesagt: Du hast ihm deinJawort fürs Leben erteilt. Er ist ein bißchen plumpund träge und hat deine Hoffnungen getäuscht; aberer meint es gut, und sein Herz ist rein. Und dannhabe ich dies erleben müssen und ihn in diesemwiderlichen Augenblick gesehen. Daun habe ich er-fahren: so gut versteht er mich und um so viel besserweiß er mich zu respektieren, als die Anderen, daßer mir ein Wort nachruft, ein Wort, das keinerdeiner Speicherarbeiter einem Hunde zuwerfenwürde!Und da habe ich gesehen, daß nichts mich hielt, unddaß es eine Schande gewesen wäre, zu bleiben. Undals ich hier vom Bahnhof die Holstenstraße herauffuhr, ging der Träger Nielsen vorüber und nahmtief seinen Cylinder ab, und ich habe wiedergegrüßt:durchaus nicht hochmütig, sondern wie Vater dieLeute grüßte . . . so . . . mit der Hand. Und jetztbin ich hier. Und du kannst zwei Dutzend Arbeits-pferde anspannen, Tom: nach München bekömmst dumich nicht wieder. Und morgen gehe ich zu Gie-seke!"

Ties war die Rede, die Tony hielt, worauf siesich ziemlich erschöpft in den Stuhl zurücksinkeu ließ,